Wirbel um Posting des FP-AK-Listenersten

20. Jänner 2014, 11:42
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Über Opfer von Wiener Mordfall - Haimbuchner kündigt "ernsthafte Aussprache" an

Linz/Wien - Mit dem oberösterreichischen Spitzenkandidaten für die AK-Wahl sorgt wieder ein FPÖ-Funktionär durch seine Postings im Internet für Wirbel. Manfred Pühringer soll unter anderem das Mordopfer im Wiener Handgranaten-Fall, einen SPÖ-Kommunalpolitiker, als "Handgranaten-Tschusch" bezeichnet haben, wie die Zeitung "Österreich" am Montag berichtete.

Der FPÖ-Kandidat soll auch ein verfälschtes SPÖ-Logo gepostet haben, bei dem das "Ö" durch eine Handgranate ersetzt wurde.

Die SPÖ Oberösterreich wies darauf hin, dass Pühringer bereits 2011 mit Fotos seiner Oberkörper-Tätowierung - eines Adlers und der Schrift "Ehre, Treue, Vaterland." - für Aufregung gesorgt habe. Zudem musste erst vergangene Woche der auf Listenplatz 142 gereihte FPÖ-Vertreter für die AK-Wahl in OÖ wegen seiner Vergangenheit im rechten Milieu - die Justiz hat sich deswegen mit ihm beschäftigt - auf die Kandidatur verzichten.

Haimbuchner: "Geschmacklos"

Der oberösterreichische FPÖ-Chef Landesrat Manfred Haimbuchner hält die Äußerung Pühringers für "geschmacklos", wie sein Sprecher zur APA sagte. Es werde eine "ernsthafte Aussprache" zwischen ihm und dem Landesobmann der Freiheitlichen Arbeitnehmer geben. Haimbuchner erwarte sich vom Vertreter einer wahlwerbenden Gruppe, die der FPÖ nahestehe, dass er sich entsprechend benehme, auch im privaten Facebook-Bereich.

Pühringer: "Im ersten Moment nicht bewusst"

"Die Geschmacklosigkeit des Postings war mir im ersten Moment nicht bewusst, ich habe dieses aber zwischenzeitlich gelöscht", teilte Pühringer am Nachmittag in einer Presseaussendung mit. Er könne aus der Sache aber keinen Grund für einen Rücktritt ableiten, so der Landesobmann der Freiheitlichen Arbeitnehmer. Die SPÖ mache mit derartigen Forderungen "aus einer Maus einen Elefanten".

Scharfe Kritik an den Äußerungen Pühringers kam am Montag auch von ÖAAB-Landessekretär Wolfgang Brandstätter. "Die Formulierung 'Handgranaten-Tschusch' ist eine Frechheit und eines politischen Vertreters unwürdig", so der Arbeitnehmervertreter in einer Aussendung. "Einziges Anliegen, das die FPÖ-Arbeitnehmer offensichtlich ernsthaft verfolgen, ist Ausländer-Feindlichkeit zu schüren." (APA, 20.1.2014)

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