Europas Leitbörsen schließen uneinheitlich

20. Jänner 2014, 18:10
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Deutsche Bank vermeldet Quartalsverlust und belastet Bankbranche

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Montag uneinheitlich und dabei wenig verändert aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 0,93 Einheiten oder 0,03 Prozent auf 3.153,17 Zähler.

Die heute bekannt gegebene Stagnation des Wirtschaftswachstums in China drückte auf die Kursentwicklung an Europas wichtigsten Handelsplätzen. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat das zweite Mal in Folge ein Wachstum von 7,7 Prozent verzeichnet. Ein derart niedriges Niveau wurde zuletzt im Jahr 1999 erreicht. Auch die Industrieproduktion deutete mit einem Zuwachs von 9,7 Prozent, nach zehn Prozent im Jahr 2012, eine Verlangsamung des Wachstums an.

Der Martin Luther King Day sorgte dafür, dass die US-Börsen feiertagsbedingt geschlossen blieben. Händler berichteten folglich vonr einem ruhigen Nachmittagshandel, da Impulse von der US-Konjunkturdatenfront und der Berichtssaison in den USA fehlten.

Konjunkturseitig konnten in Europa Daten aus der zweiten Reihe nur wenig Aufmerksamkeit auf sich ziehen. In Deutschland sind die Erzeugerpreise erstmals seit vier Jahren wieder gesunken und reduzierten sich um durchschnittlich 0,1 Prozent zum Vorjahr. In Italien konnten die Auftragseingänge für Industrieunternehmen im November überraschend um 2,3 Prozent zulegen.

Im weiteren Wochenverlauf stehen vor allem Stimmungsindikatoren aus der Eurozone im Blick der Anleger. Am morgigen Dienstag rückt die Bekanntgabe der ZEW-Umfrage der Konjunkturerwartungen in den Fokus. Insgesamt gehen die Experten der Helaba von positiven Zahlenvorlagen im Laufe der weiteren Woche aus, die allerdings wenig Einfluss auf den aktuellen Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) haben dürften.

In einem europäischen Branchenvergleich hielt sich die Öl- & Gasbranche mit plus 0,59 Prozent zu Handelsschluss an der Spitzenposition. Als schwächster Sektor notierte mit deutlichem Abstand die Bankenbranche, die belastet durch die Zahlenvorlage der Deutschen Bank 1,12 Prozent schwächer notierte.

Unter den Einzelwerten im Euro-Stoxx-50 schlossen ASML als größte Kursgewinner mit einem Plus von 3,55 Prozent bei 64,25 Euro. Deutsche Bank sackten am Index-Ende um 5,41 Prozent auf 37,21 Euro ab.

Die größte Bank Deutschlands hatte bereits am Sonntag einen Viertquartalsverlust von 1,15 Mrd. Euro bekannt gegeben. Im Gesamtjahr drückte das den Gewinn vor Steuern auf 2,07 Mrd. Euro, während Experten etwa mit dem Doppelten gerechnet hatten. Gründe für den Rücksetzer im Schlussquartal sollen ein Einbruch im Investmentbanking, die teure Bewältigung der Altlasten aus der Finanzkrise und der Abbau der Risiken in der Bilanz gewesen sein.

Unternehmensnachrichten gab es auch von dem niederländischen Elektronikkonzern Philips. Dieser teilte mit, sich komplett aus dem TV-Geschäft zurück zu ziehen. Der restliche Anteil von 30 Prozent am gemeinsamen Unternehmen TP Vision an seinen taiwanesischen Partner soll verkauft werden. Philips gingen nahezu unbewegt mit plus 0,04 Prozent auf 28,07 Euro aus dem Handel.

Der angeschlagene Automobilhersteller PSA Peugeot Citroen hat wegen der Konjunkturflaute und der starken Konkurrenz in Europa um 7,3 Prozent weniger und damit nur mehr 1,63 Millionen Wagen verkauft. Damit lagen die Verkäufe des Konzerns auf dem niedrigsten Stand der Region seit 20 Jahren. PSA Peugeot Citroen sackten um 11,11 Prozent auf 10,20 Euro.

Der Pharmakonzern Bayer kommt bei der milliardenschweren Übernahme des norwegischen Krebsspezialisten Algeta voran. Ein offizielles Übernahmeangebot wurde bereits veröffentlicht, in de, das Zielunternehmen mit 1,9 Milliarden Euro bewertet wird. Bayer verteuerten sich um moderate 0,74 Prozent auf 102,05 Euro.  (APA, 20.1.2014)

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