Keine Angst im Dunkeln

20. Jänner 2014, 09:52
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Wer hat Angst im Finsteren? Leo jedenfalls nicht mehr

So richtig verfliegt diese Angst nie. Die Strategien dagegen sind auch im Erwachsenenalter mehr oder weniger gleich geblieben. Da ist zum Beispiel das Vor-sich-hin-Summen oder das Liedpfeifen. Noch besser: Es findet sich jemand anderer. In den finsteren Keller zu gehen gehört für viele nicht zu den angenehmsten Dingen. Von Filmen auf Schauriges gepolt, die Finsternis vor Augen. Wie Kinder diese Angst überwinden können, zeigt das Bilderbuch von Lemony Snicket und Jon Klassen (Illustrationen). In "Dunkel" fürchtet sich der kleine Bub Leo vor der Finsternis. "Das Dunkel wohnte im selben Haus wie Leo", heißt es. "Manchmal versteckte sich das Dunkel im Schrank. Manchmal saß es hinter dem Duschvorhang. Doch die meiste Zeit verbrachte es im Keller." Eines Nachts besucht das Dunkel Leo in seinem Zimmer. Was folgt, ist natürlich kein Stoff aus einem Horrorschocker, sondern die feinfühlig erzählte Geschichte, wie man mit dem personifizierten Dunkel umgehen kann. Das Buch lebt sehr stark von den Illustrationen. Kein Wunder, ist es doch auch schon für Kinder ab dem vierten Lebensjahr gedacht. Klassen lässt vieles einfach schwarz, wenn Leo mit der Taschenlampe unterwegs ist, sieht man vor allem die Dinge im Lichtkegel. Am Ende verschwindet das Dunkel natürlich nicht, es macht aber Leo "nie mehr zu schaffen". (Peter Mayr, DER STANDARD, 20.1.2014)

Lemony Snicket, Jon Klassen

"Dunkel"

48 Seiten, € 15,40

NordSüd-Verlag 2014

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