ADAC manipuliert Zahlen schon seit Jahren

20. Jänner 2014, 13:50
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Geschäftsführer bestätigt, dass schon länger mit geschönten Zahlen gearbeitet wurde, für Österreich schließt der ÖAMTC Vergleichbares aus

München - Die Zahlen für den Autopreis "Gelber Engel" des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) könnten nach einem Zeitungsbericht schon seit Jahren manipuliert worden sein. ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter soll die Teilnehmerzahlen zu der Umfrage zum "Lieblingsauto der Deutschen" über Jahre hinweg nach oben geschönt haben. Dies habe ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair der "Süddeutschen Zeitung" bestätigt, berichtet das Blatt.

Grundsätzlich sei die Angelegenheit imagemäßig auch für Österreich nicht erfreulich, sagt Oliver Schmerold, Verbandsdirektor des Automobilclubs ÖAMTC im Gespräch mit derStandard.at. Auch der heimische Automobilclub ruft mit dem "Marcus" zu einem Voting in Sachen Autos auf. "Das Konzept ist allerdings ein anderes als beim ADAC", stellt Schmerold klar. Das ÖAMTC-Pendant konnte bei seiner Premiere 38.496 Teilnehmer zählen, die in sieben Kategorien abstimmen konnten. Was das Prozedere betrifft, so sei eine Abstimmung nur in Zusammenhang mit der registrierten Mitgliedsnummer möglich: "Eine Manipulation und mehrfache Stimmabgabe sind damit ausgeschlossen" sagt Schmerold. Was die Wirkung einer solchen Kür betrifft, so geht Schmerold davon aus, dass es eher um die Motivation der Mitglieder geht. Eine Bedeutung bei einer Kaufentscheidung hätte viel eher die darüber hinaus stattfindende Expertenkür nach der Wirtschaftlichkeit der Modelle. Der "Marcus", der am 14. März 2014 zum zweiten Mal vergeben wird, hat pro Kategorie noch den zweiten Preis der Wirtschaftlichkeit, einer Benchmark, die per Datenbanken erstellt wird, so der Verbandsdirektor. "Und da ist alles absolut transparent", stellt Schmerold klar.

Am Sonntag hatte der Autoclub in München zunächst eingeräumt, dass die Teilnehmerzahlen für die diesjährige Wahl höher dargestellt worden waren als sie tatsächlich waren. Ramstetter, der seit Jahren auch Chefredakteur der Mitgliederzeitschrift "Motorwelt" war, habe - so der ADAC in seiner Mitteilung - "die alleinige persönliche Verantwortung" übernommen und alle Funktionen beim ADAC niedergelegt. Obermair kündigte in der "Süddeutschen Zeitung" eine umfassende Aufklärung an. Vor einigen Tagen hatte er die Manipulationsvorwürfe noch als "Unterstellungen" zurückgewiesen. (APA/rebu, derStandard.at, 20.1.2014)

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