Hirscher fällt zurück, Pinturault ganz oben

19. Jänner 2014, 15:04
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Franzose fährt in Wengen von Platz sieben noch zum Sieg im Slalom - Halbzeitleader Hirscher hinter Neureuther auf Platz drei

Österreichs Ski-Star Marcel Hirscher muss weiter auf seinen ersten Wengen-Sieg warten. Nach Halbzeitführung landete der Weltmeister am Sonntag im Slalom aber als Dritter erneut auf dem Podest. Der Sieg ging dank eines entfesselten zweiten Laufs an den 22-jährigen Franzosen Alexis Pinturault vor dem Deutschen Felix Neureuther. Der Tiroler Mario Matt wurde Vierter.

Hirscher war mit 0,88 Sekunden Vorsprung auf den Halbzeitsiebenten Pinturault ins Finale gestartet. Doch der tolle zweite Lauf des Franzosen, der seinen fünften Weltcup-Sieg, den zweiten in einem Spezialslalom nach Val d'Isere 2012 feierte, hatte ihn unter Druck gesetzt. "Ich habe deshalb sehr viel Risiko genommen", erklärte der 24-jährige Salzburger.

Risiko

Dieser Angriff auf die Bestzeit wurde nicht belohnt, Hirscher unterliefen auf der allerdings bereits ziemlich ramponierten Piste zu viele Fehler. "Ich bin schlecht gefahren", gestand der Annaberger nach 27. Laufzeit in der Entscheidung. "Ich hätte heute gerne gewonnen, aber ein dritter Platz ist cool." Seine Slalom-Weltcup-Führung baute er trotzdem aus und liegt nun 90 Punkte vor Matt. In der Gesamtwertung fehlen dem Titelverteidiger 22 Zähler auf Spitzenreiter Aksel Lund Svindal aus Norwegen.

Mit Blick auf die große Kristallkugel bestreitet Hirscher am Freitag in Kitzbühel die Super-Kombination, die diesmal aus Super-G und Slalom gebildet wird. Nach Konditionstrainingseinheiten am Montag und Dienstag stehe deshalb für ihn am Mittwoch und Donnerstag auch Super-G-Training auf dem Programm.

Auch Matt riskierte im Finale alles. "Ich habe alles versucht und gewusst, dass ich volles Risiko gehen muss. Deshalb habe ich richtig Gas gegeben. Oben habe ich mit Glück einen Ausfall verhindert, und im Steilhang hatte ich dann die Ski über Kreuz. Somit ist der vierte Platz okay", sagte der 34-jährige WM-Dritte aus Tirol.

Vor Sotschi

Als drittbester Österreicher kam der Salzburger Reinfried Herbst nicht über Rang 13 hinaus, der von Rückenschmerzen geplagte Tiroler Benjamin Raich folgte auf Platz 16. Manuel Feller (22.) und Manfred Pranger (24.) landeten außerhalb der Top 20, Wolfgang Hörl und Marc Digruber waren bereits im ersten Lauf ausgeschieden. Das olympische Slalom-Team würden somit wohl Hirscher, Matt, Herbst und Raich bilden.

Bei den Winterspielen in Russland ist nun im Slalom auch wieder mit Pinturault zu rechnen. "Der kann extrem gut Ski fahren und hat im zweiten Lauf g'scheit einen rausgehauen", lobte Vizeweltmeister Neureuther die starke Vorstellung des Franzosen im zweiten Durchgang. "Es war sehr hart für mich, nachdem ich in den ersten drei Slaloms ausgeschieden war, fokussiert zu bleiben", erinnerte Pinturault.

Auch zuletzt in Adelboden lief es nach Platz vier im Riesentorlauf mit Rang 23 im Slalom nicht wunschgemäß. "Dort habe ich noch zu viele Fehler gemacht. Aber das heute war ein perfekter Slalom", betonte Pinturault. "Ich bin jetzt ausgeglichener und werde versuchen, auch im nächsten Slalom-Klassiker in Kitzbühel wieder ganz vorne dabei zu sein." (APA, 19.01.2014)

Ergebnis: Slalom Wengen

  • Alexis Pinturault steht ganz oben.
    foto: ap/trovati

    Alexis Pinturault steht ganz oben.

  • Winner.
    foto: epa/klaunzer

    Winner.

  • Wengen ist wieder nicht auf der Hirscher-Landkarte.
    foto: epa/bott

    Wengen ist wieder nicht auf der Hirscher-Landkarte.

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