Ivanovic schafft Sensation gegen Williams

19. Jänner 2014, 18:32
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Serbin schlägt die Nummer eins der Welt im Achtelfinale von Melbourne in drei Sätzen - Bei den Herren zieht Titelverteidiger Novak Djokovic locker ins Viertelfinale - Peya im Doppel out

Serena Williams konnte sich nicht entscheiden. War es der schmerzende Rücken, der ihre Titel-Mission bei den Australian Open stoppte? Oder die herausragende Vorstellung der Serbin Ana Ivanovic? Sie wolle keine Ausrede suchen. "Ana verdient alle Anerkennung", sagte Williams. Doch eigentlich hätte sie selbst nicht antreten dürfen.

Die Wahrheit liegt wie meist in der Mitte, das musste auch die Weltranglistenerste aus den USA einsehen. Williams lief gehemmt, "sie hat auch nicht so schnell aufgeschlagen wie sonst", bemerkte Ivanovic. Doch die Art und Weise, wie die einstige French-Open-Siegerin Williams' Schwäche ausnutzte, der Wille, mit dem Ivanovic als erst sechste Spielerin bei einem Grand Slam einen Satzrückstand gegen Williams drehte, beeindruckte auch die 15.000 Zuschauer in der Rod-Laver-Arena.

Lautstark trieben sie Ivanovic zum ersten Sieg über Williams, zuvor hatte die 26-Jährige in vier Partien nicht einmal einen Satz gewonnen. "Ich glaube nicht, dass die Zuschauer gegen mich waren", sagte Williams, "ich glaube, sie wollten, dass Ana gut spielt, im Tennis hält man zum Underdog."

Erste Niederlage seit August

Die 32-jährige Williams hatte zuvor 25 Matches in Serie gewonnen. Seit August war sie ungeschlagen gewesen, hatte neben den US Open und dem Saisonfinale in Istanbul auch beim Vorbereitungsturnier in Brisbane triumphiert. Und nun kam Ivanovic, die ab sofort zu den Favoritinnen zählt. Eugenie Bouchard sollte im Viertelfinale kein Hindernis sein.

Wer solch eine mächtige Vorhand schlägt - der Paris-Siegerin von 2008 gelangen 20 Winner, Williams zwei - kann den Weg bis zum Ende gehen. "Ich habe keine Angst vor den Top-Spielerinnen."

Einst war sie selbst einer der ganz großen Namen. Seit dem Sieg in Roland Garros und der kurzen Zeit an der Spitze der Weltrangliste lief allerdings nicht mehr viel zusammen. Seit ihrem Triumph in Paris (2008) hatte Ivanovic nur noch bei einem Grand Slam (US Open 2012) die Runde der letzten Acht erreicht. "Ich bin noch immer ein bisschen schüchtern. Der Erfolg und die Aufmerksamkeit haben mich erdrückt. Jetzt bin ich erwachsen", sagte Ivanovic. Sie trifft im Viertelfinale am Dienstag auf nun auf Eugenie Bouchard (Nr. 30). Die Kanadierin setzte sich gegen Casey Dellacqua aus Australien 6:7 (5:7), 6:2, 6:0 durch.

Djokovic weiter problemlos

Bei den Herren  zog derweil Ivanovic-Landsmann Novak Djokovic ohne Satzverlust ins Viertelfinale ein. Er hatte im Match gegen Fabio Fognini (Italien) beim 6:3, 6:0, 6:2 keine Probleme. Alexander Peya scheiterte im Doppel mit seinem brasilianischen Partner Bruno Soares im Achtelfinale gegen die Franzosen Michael Llorda/Nicolas Mahut mit 6:7(4),4:6. (sid/red, DER STANDARD/derStandard.at - 19.1. 2014)

  • "Es ist unglaublich": Ana Ivanovic verabschiedet Serena Williams.
    foto: ap/favila

    "Es ist unglaublich": Ana Ivanovic verabschiedet Serena Williams.

  • Die US-Amerikanerin, 17-Mal Gewinnerin von Grand-Slam-Turnieren, fühlte sich nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte.
    foto: apa/epa/robichon

    Die US-Amerikanerin, 17-Mal Gewinnerin von Grand-Slam-Turnieren, fühlte sich nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte.

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