Omaha gibt es nicht

18. Jänner 2014, 16:25
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Die Divisional Playoffs der NFL konnten nicht ganz halten, was die Wild Card-Spiele versprachen. Die Hoffnung auf starke Conference Finals ist aber nicht aufgrund der Teilnehmer berechtigt

New Orleans orientierungslos, Indianapolis chancenlos, Carolina hilflos und San Diego lustlos. Die „Viertelfinalspiele“ am vergangenen Wochenende waren, außer man frönt als Liebhaber der Seahawks, Patriots, 49ers und Broncos der selektiven Ausblendung zu Gunsten des Weiterkommens, zumindest im Vergleich zu den doch sehr aufregenden Wild Cards, nur ein lauwarmes Süppchen.

Das begann schon am Samstag beim Auftaktspiel zwischen den Seattle Seahawks und den weitgehend neben sich stehenden New Orleans Saints. Seattle brachte nichts allzu Überraschendes ins Spiel ein, musste das auch nicht, versteckte der Gegner zunächst auch noch auch brav sein Passspiel vor der besten Secondary der Liga. New Orleans meinte offenbar vor dem Spiel noch, den Weg in die Conference Finals zu Fuß gehen zu können, was am Ende dann – wieder einmal – nur Marshawn Lynch gelang. Der spielte allerdings für den Gegner. Die Saints aktivierten in der zweiten Spielhälfte zwar den Brees-Turbo, die Rettungsversuche durch die Luft führten sie am Ende aber auch nicht ans Ziel, dafür aber in eine aberwitzige Situation. Mit acht Punkten Rückstand und Ballbesitz hätte New Orleans theoretisch noch Seattles Endzone attackieren können, als Marques Colston einen Pass von Brees an der gegnerischen 38 fing. Anstatt aber Out Of Bounds zu gehen, entschloss sich der Receiver zu einem weiteren Vorwärts-Pass. Wenn man glaubt, man habe schon alles gesehen im Profi-Football, kommt immer noch etwas, was man nicht erwarten durfte. Colstons zweiter Pass war nicht nur inkomplett, sondern führte zu einer Raumstrafe und – das viel schlimmer für New Orleans – einer Zeitstrafe (10 Seconds Run Off). Die Uhr war damit abgelaufen. Es war das „richtige“ Ende, denn Seattle hat sich diesen Sieg verdient, wenn sie auch offensiv, neben Lynch, der für mehr als die Hälfte aller Yards der Seahawks und alle ihre Touchdowns zuständig war, auffällig wenig zu bieten hatten.

Nichts zu lachen

Der Abend ging weiter, mit dem Spiel zwischen den Luck-Colts und Brady-Patriots. Die großzügig gezogenen Vergleiche zwischen den beiden - der eine (Luck) als kommende Generation, der andere (Brady) als Veteran - mündeten dann herrlich im Nichts. Der hervorragend funktionierende Gameplan von New England sah Tom Brady deutlich weniger im Fokus als die Runningbacks LeGarette Blount und Stevan Ridley. Die Patriots liefen bei 46 Versuchen für 234 Yards und erzielten alle ihre sechs Touchdowns per pedes - ein neuer AFC-Playoff-Rekord. Brady blieb ohne Touchdown, was ganz offensichtlich der Agenda nicht schadete, sah sie das sogar vor. Es ist (und bleibt wohl) auch so, dass man Belichick und Pagano nicht auf einem Niveau einer Messung zuführen kann, die, bleibt sie streng sachlich, dann zu Ungunsten des Colts Cheftrainers ausfällt. Es gibt gute Coaches, es gibt bessere Coaches und dann gibt es noch die Kategorie BB. Der (Bill Belichick) übrigens - eine interessante Statistik erhoben vom Wall Street Journal - bei den heurigen Pressekonferenzen in Summe sieben Mal gelächelt hat. Ein neuer Rekord. Der Mann wird glatt noch zum Komiker. Allerdings kam ihm erst Mitte Oktober der erste Grinser der Saison aus.

Indianapolis hatte defensiv dem laufenden Treiben der Neuengländer wenig entgegen zu setzen. Offensiv schwankte Luck zunächst mit seinem Passspiel und fiel am Ende mit vier Interceptions auch ordentlich hin. So muss er sich dann eher Vergleiche mit Andy Dalton oder Joe Flacco als mit den ganz großen Spielmachern gefallen lassen. Lassen wir es mal dabei, dass der junge Mann sicher in den Topf der guten Quarterbacks gehört, aber bei weitem noch nicht dort ist, wo die großen Vorbilder ihre Gerichte zubereiten. Wie auch? Es ist ihm noch kein Vorwurf zu machen. Von einem Sieg in einem Playoff gegen ein Kaliber wie New England darf man dann aber auch, selbst bei optimistischer Einschätzung, eigentlich nicht ausgehen.

Oh Carolina

Am Sonntag machten die 49ers On The Road dort weiter, wo sie in der Wild Card aufgehört hatten. Nach Green Bay, wo sie noch als Favorit gehandelt wurden, setzten sie sich auch gegen Carolina durch, gegen die sie dann, auch auf Grund einer Heimniederlage im Grunddurchgang, der leichte Außenseiter waren.

Von einer solchen Rollenverteilung spürte man im Spiel nichts mehr, welches eine Halbzeit lang offen blieb. San Francisco ist genau zur richtigen Zeit, nämlich jetzt, in Hochform, zog den Panthers mit Fortdauer des Spiels die Zähne und setzte sich am Ende noch klar mit 23:10 durch. Viel Defense-Action, zwei Mal wurde der wohl doch leicht überschätzte Cam Newton, der ein Mal für sechs Punkte die Connection zu Steve Smith fand, von den Niners gepickt (Patrick Willis, Donte Whitner), auf der anderen Seite machte Colin Kaepernick das was er für seinen Sold auch tun soll. Der Shooting-Star des Vorjahres lief zu einem und passte zu einem zweiten Touchdown. Von wegen Eintagsfliege. Schwachstelle bleibt er aber auf hohem Niveau für mich, dazu später mehr. San Francisco ist damit das einzige Wild Card Team, welches die zweite Runde der Playoffs überlebt hat und sich ganz offensichtlich mit der Aufgabe steigert.

Das Pferd springt so hoch wie es muss

Der Abschluss war dann die Fast-Spannung im Vierviertel-Takt. Denver dominierte die Gäste aus San Diego, am Ende wurde es nur scheinbar knapp. Die Chargers traten ohne nennenswertes Laufspiel auf (65 Yards), die Broncos hatten eher ein solches (133 Yards), aber vor allem den Mann, den Omaha zu verdanken hat, dass man es nun auch außerhalb von Omaha kennt. Da Omaha aber laut Wikipedia eine Partnerstadt von Bielefeld ist und Bielefeld bekanntlich nicht existiert, muss man auch dessen Nichtexistenz annehmen, womit „Omaha“ lediglich noch für einen Laufspielzug steht, oder auch einen Pass, oder einen Play-Action-Pass, abhängig von Wind, Spielrichtung, Spielviertel und Farbe der Jerseys. Belichick sollte wenigstens hier laut lachen können.

Zurück zum Existenziellen. Peyton Manning bediente Demaryius Thomas und Wes Welker mit Touchdown-Pässen, erst bei einer Führung von 17:0 regte sich Leben in den bis dahin leeren Augen der Chargers. Trotz zweier Turnovers, eines eroberten Onside Kicks und einer Top-Leistung des Rookies Keenan Allen, der zwei Touchdown-Pässe von Philip Rivers fing, langte es am Ende um einen ganzen Score nicht. Man hatte auch stets das Gefühl, Denver könnte jederzeit nachlegen, was sie zwischendurch auch über Knowshown Moreno taten. Am Ende standen den Broncos mit 26 First Downs exakt doppelt so viele wie den Gästen zu Buche, das Endergebnis von 24:17 schmeichelt den Kaliforniern, die auch an der Line (4-0 Sacks für DEN) stets unter der Kontrolle der Hausherren standen.

Sie merken es vielleicht an der Schreibe: Mich hat diese Runde einfach nicht vom Hocker reissen können, dafür kamen aber auch keine Elektronikgeräte zu Schaden. Die Aussichten für die Championship Spiele, die sind dafür aber rosig.

Brady-Manning und der Kampf um die Westküste

Die Paarungen könnten nicht viel besser sein. Seit längerer Zeit stehen wieder jene vier Teams in einer Vorschlussrunde, die auch gefühlt die vier besten der Saison waren. Das könnte man bei San Francisco, als #5 der NFC, nicht so sehen, die 49ers haben allerdings aktuell acht Siege in Serie vorzuweisen und das hat sonst niemand. Also gehören auch sie mit Recht zu diesem Quartett.

„Brady-Manning XV“ verkürzen US-Medien das, was Brady und Manning nüchtern „Denver Broncos gegen New England Patriots“ nennen. Das Understatement der beiden Quarterbacks ist ebenso demonstrativ, wie die Querschläger aus „eigenem Haus“ wohl kontraproduktiv sind. Die „Denver Post“ erlaubte sich kürzlich auf der Titelseite die Feststellung, dass Mannings' Vermächtnis unter einer Wolke stünde. Zu oft habe der 37-Jährige nur gute Zahlen, zu selten dazu auch die passenden Ergebnisse geliefert.

Im Duell gegen Brady steht es 4-10 gegen ihn, er führt zwar nahezu alle All-Time Statistiken an, in den Playoffs ist der 36-jährige Brady aber die Nummer 1. 18 Siege bei nur sieben Niederlagen, dabei fünf Mal die Super Bowl erreicht und sie drei Mal (02, 04, 05) auch gewonnen. Manning war in den Playoffs „nur“ zehn Mal erfolgreich (bei elf Niederlagen), schaffte es zwei Mal in die Super Bowl und gewann eine im Jahr 2007. Manning kann diesem Druck, ob gerechtfertigt oder nicht, gar nicht ausweichen. Denver spielt zu Hause, der Schatten des kleinen Bruders, der zwei Super Bowl Ringe an seinen Pinkies trägt, ist ein Teil der konstruierten Wolke, die Fans, die Medien, Doppel-Ringträger und Broncos CEO John Elway – alle verlangen quasi den Titel. Auch wenn sie es nicht aussprechen, oder wie Elway sogar in Abrede stellen. Alleine die Tatsache, dass er auf den bisherigen Outcome seines Quarterbacks auf Nachfrage gerne eingeht zeigt, dass seine Erwartungshaltung im Innersten auch keine andere ist: Das Lombardi-Ding muss nach Denver, sonst zieht ein Tief über die Rockies herein.

Keine Wolken über Brady?

Das spielt natürlich alles dem Gegner in die Hände, der Gelassenheit ausstrahlen darf. Nicht als Frohnatur, aber unbekümmert, geht New England in das Spiel, denn keiner in Boston stellte die Frage, wann denn Herr Brady gedenkt, wieder einmal eine Super Bowl zu gewinnen. Wer war denn eigentlich dafür verantwortlich, dass er seine letzten beiden verloren hat? Wer hat ihm denn die Perfect-Season verpatzt? Brüderchen Eli und die New York Giants! Wäre eigentlich auch eine Titelseite: Zum Glück für die Patriots sind die Giants nicht mehr dabei.

Man kann viel herum drehen, Steine aufheben, am Moos lecken und versuchen eine andere Perspektive zu finden. Vermutlich gibt es sogar Menschen da draußen, die das auf ein Spiel zweier Versager runter brechen können, aber wer will das schon hören, außer frustrierte Fans bereits Eliminierter?

Hier stehen sich die beiden besten Quarterbacks der letzten zehn Jahre gegenüber, die sich beide ihres Standings und ihrer Qualitäten bewusst sind. So ist das und nicht anders. Es wird nur einer am Ende als Sieger hervorgehen können und der Verlierer wird, egal wer es ist, kein Loser-Schild mit sich herumtragen müssen. Dazu hat der eine zu viel gewonnen und der andere zu viel geleistet. Get over it.

Zu beachten wäre...

Während alles von Manning und Brady redet, verfügen beide Mannschaften über ein richtig gutes Laufspiel. Besonders im Divisional Playoff sah man das bei New England. Ob Belichick gegen Denver erneut den Lauf den Vorzug geben wird, das bleibt noch abzuwarten, denn eigentlich muss man es fast ausschließen. Die große Stärke New Englands ist, dass der Gegner nie weiss, welches Gesicht diese Mannschaft ihm zeigen wird. Natürlich können alle Teams ihren Gameplan adaptieren und überraschende Komponenten hinzufügen, was New England aber macht, das geht weit über ordinäre Anpassungen hinaus. Die Patriots schaffen es von einem Spiel zum nächsten wie ein komplett anderes Team auszusehen. Wie das geht, ist einfach erklärt und gleichzeitig nicht wirklich umsetzbar. Bill Belichick ist ein rares Footballgenie, arbeitet an seinen Konstrukten nächtelang und überlässt nichts dem Zufall. Diese Mischung aus Wissen und Arbeitseifer ist nicht nur der Antrieb, sondern auch das wahre Credo New Englands. Ein Rad greift ins andere und es passiert alles ganz unaufgeregt, als wäre Football ein Spiel in Super Slow-Motion, hat man den Gegner dann  plötzlich auf seiner Beschleunigungsspur zum Überfahren hin gelegt.

Das ist nicht ganz die Welt von Denver Head Coach John Fox, der hemdsärmeliger wirkt, dafür aber, meiner Einschätzung nach und über den gesamten Kader betrachtet, auf das qualitativ bessere Personal zurückgreifen kann. Jetzt besonders an der Spitze, wo Gronkowski in New England fehlt, aber dann doch irgendwie nicht.

Es ist mir deshalb, da muss ich ehrlich sein, nicht gegeben abzuschätzen, wer und vor allem wie man als Erster ins Ziel kommt. Dazu fehlt mir in erster Linie eine halbwegs sichere Ahnung darüber, was New England eigentlich vor hat. Wird es Blount/Ridley? Edelman? Gar Vereen? 11 Personell mit dem Unaussprechlichen (Hoomanwanui)? New England fuhr schon so oft hin und zurück. Von der Spread zur quasi „Erfindung“ der Double Tight End Formations, ging es den Berg hinauf zurück zum Ursprung: Lauf, Lauf, Play-Action. Wir sind manchmal auch so awesome bieder!

Daher verlasse ich mich auf mein Gefühl, welches mich, zumindest beim Ratespiel was die Divisonals betrifft, nicht ganz verlassen hat. New England gewinnt das Spiel, außer Manning hat den Ball zuletzt in der Hand, dazu mehr als 30 Sekunden auf der Uhr und weniger als 70 Yards zu gehen. Komischer Tipp, aber Gescheiteres fällt mir dazu echt nicht ein.

G'schichten vom Häferl

Im Nachtspiel ist eine Defensivschlacht in mehrfacher Hinsicht vorprogrammiert. Zum einen stehen sich mit Seattle und San Francisco zwei exquisite Verteidigungen gegenüber, zum anderen werden die beiden Head Coaches keine allzu großen Freunde mehr. Pete Carroll (Seattle) und Jim Harbaugh (San Francisco) waren sich schon als College Coaches nicht grün. Dazu gibt es Geschichten und G'schichterln satt.

Carroll coachte bei USC und seine Trojans waren längere Zeit das zumindest westliche Maß der Dinge. Wer nicht zu ihnen demütig aufblickte, der war entweder viel zu schlecht angezogen (Oregon), konnte nicht von der Westküste sein, oder war gar von UCLA. Aber das ist ja, so sagen die Trojans, nur ein großes Krankenhaus und kein Football-Programm im eigentlichen Sinn.

Dann kam Herr Harbaugh und holte USC mit seinen Stanford Cardinal auf den kalifornischen Boden der Tatsachen zurück. Stanford, das ansonsten u.a. Österreichern das schnellere Schwimmen lehrt, war als Provokation schon sexy, denn dass man sich von wohlstandsverwahrlosten Bengeln einer Elite-Uni, wo ja noch richtig studiert wird, mehr als eine verbale Ohrfeige abholt, das kam schon einem veritablen Affront gleich. Harbaugh bekam kaum Respekt und zahlte das mit Arroganz zurück. Als er bei einem Spiel gegen USC den Score gegen schon darniederliegende Trojans in die Höhe treiben ließ, verzieh ihm Carroll das nie mehr, der in Harbaugh seither vor allem die Manifestation der Unsportlichkeit sieht. Wobei der (Harbaugh) dieses Image, wenn vielleicht auch nicht ganz bewusst, pflegt. Wir erinnern uns an einen „Schulterklopfer“ für Detroit Lions Coach Jim Schwartz, welchen dieser, wohl nicht ganz zu Unrecht, als körperlichen Angriff wertete und seinem Kollegen danach an den Kragen wollte. Harbaugh ist ein Häferl, egal ob er gewinnt oder verliert. Es gab auch heuer wieder Szenen, die Ratlosigkeit auslösen dürfen.

Harbaugh jedenfalls ist gegen Seattle 4-2, Carroll gegen San Francisco 4-5. Die Serie insgesamt steht in der Regular Season bei 15-15, wobei die 49ers fünf der letzten sieben Spiele gewinnen konnten. Die beiden Spiele heuer endeten mit zwei Heimerfolgen, wobei in Seattle die Niederlage San Franciscos mit 3:29 deutlich ausfiel, während der Sieg der Niners im nun seligen Candlestick Park mit einem Fieldgoal erst im vierten Quarter besiegelt wurde.

Zu beachten wäre...

San Francisco hat in den letzten vier Spielen im Schnitt 12,25 Punkte gegen Seattle erzielt. Die 19 Punkte vom letzten Spiel waren der Ausreißer nach oben, neben zwei Mal 13 im Jahr 2012 und den drei Pünktchen vom vergangenen Herbst. Was den 49ers gegen die Seahawks stets fehlt, das ist der Pass. Aus zwei Gründen. Zum einen braucht Colin Kaepernick zu lange für seine Checkdowns, was zum anderen dazu führt, dass er unter Dauerdruck steht. Er verfügt zwar über einen sehr starken und auch genauen Arm, es hapert aber an der Dauer der Entscheidungsfindung und oftmals wird die daraus entstandene Not zur Tugend und die Tugend dann wieder zum Big Play, denn Kaepernick ist bekanntlich supergut zu Fuß unterwegs. Auch ganz ohne Design, einfach mal so raus improvisiert. Das wissen allerdings auch Seattles Linebacker, die versuchen werden genau das zu unterbinden. Das Laufspiel ist sicher die offensive Stärke San Franciscos, dessen Basis eine hoch solide O-Line stellt. Das alleine wird vermutlich zum Erfolg nicht reichen. Kaepernick wird auch Risiko nehmen, tief gehen und diese Defense vorher auch mal richtig lesen müssen, selbst wenn dort die ganz bösen Jungs mit Richard Sherman, Earl Tomas & Co stehen, sonst werden es vermutlich nicht mehr als die üblichen zwei Scores. Devise: Colin, finde Davis, Crabtree, Boldin.

Auf der anderen Seite steht offensiv Marshawn Lynch als Fixstern am Firmament eines möglichen Erfolgs. Zu dem muss man nicht viel sagen. Beast Mode on und ab die Post. Geht sogar mit Seattles O-Line, die nicht die Qualität jener des Gegners hat. Auch hier ist der Quarterback die möglichst zu suchende Fehlerquelle. Was Russell Wilson macht, das scheint öfter mal nicht von einer smarten Agenda beseelt zu sein, möglicher Weise geht es da seinem Offense Coordinator Darrell Bevell nicht viel anders. Vielleicht ist es aber auch der Plan, das ein solcher nicht immer erkennbar ist. Fehlen wird, wieder einmal, Percy Harvin, den Wilson gut brauchen könnte, aber irgendwie wird der Mann nicht mehr gesund. Eine Gehirnerschütterung wird ihn bei dem Spiel nur als Zuschauer teilnehmen lassen.

Alles in allem würde ich beide Teams, die in groben Zügen nicht völlig unterschiedlich konzipiert sind und durchaus ähnliche Stärken wie Schwächen haben, von ihrem aktuellen Leistungsvermögen auf einer Stufe sehen. So wird die Entscheidung möglicherweise über einen ganz anderen Faktor herbeigeführt. Das C-Link gehört für Auswärtsteams zu den ungemütlichsten Stadien der NFL, Kommunikation für die Gastmannschaft ist dort nur in homöopathischen Dosen möglich, was auch Fehlern beim Clock Management, einer ausgesuchten Spezialität San Franciscos, Vorschub leisten könnte. Daher mein Tipp: SEA +4 Punkte.

Wir schauen fern!

Die anstehenden Conference Finals sind allesamt im TV auf PULS 4, SPORT1 US oder im Web via NFL Game Pass zu verfolgen. sat1 steigt um 00:05 Uhr mittendrin ein. PULS 4 beginnt seine Sendung am Sonntag bereits zur Prime Time um 20:15 Uhr. Kickoff bei DEN-NE ist um 21:00 Uhr, SEA-SF ist für 00:30 angesetzt. Sollte es keine Overtime in Colorado geben, wird dann auch pünktlich angekickt. Christian Nehiba begrüsst dabei nicht nur die Studioexperten Shuan Fatah (Head Coach Swarco Raiders), den ehemaligen Nationalteamspieler Pasha Asiladab und Referee Bojan Savicevic, sondern auch die Millenniumdancers und das Studiopublikum. Ich darf, zusammen mit Michael Eschlböck, durch die „lange Nacht der NFL“ im Rahmen der „Mission Super Bowl“ mit einem Rede-Marathon von acht Stunden führen, was wir, ganz unbescheiden, die „längste Live-Sendung im österreichischen Free-TV“ nennen. Große Vorfreude, gepaart mit großen Erwartungen. (Walter Reiterer - derStandard.at, 18.1. 2014)

NFL PLAYOFF BILD

AFC Conference Final

#1 Denver Broncos vs. #2 New England Patriots

NFC Conference Final

#1 Seattle Seahawks vs. #5 San Francisco 49ers

AFC Divisional Playoff

#1 Denver Broncos vs. #6 San Diego Chargers 24:17

#2 New England Patriots vs. #4 Indianapolis Colts 43:22

NFC Divisional Playoff

#1 Seattle Seahawks vs. #6 New Orleans Saints 23:15

#2 Carolina Panthers vs. #5 San Francisco 49ers 10:23

Wild Card Runde

#3 Cincinnati Bengals vs. #6 San Diego Chargers 10:27

#4 Indianapolis Colts vs. #5 Kansas City Chiefs 45:44

#3 Philadelphia Eagles vs. #6 New Orleans Saints 24:26

#4 Green Bay Packers vs. #5 San Francisco 49ers 20:23

  • Das Spiel um den Thron geht in die vorletzte Runde. So episch hätten wir es gerne am Sonntag.
    foto: puls4/screenshot

    Das Spiel um den Thron geht in die vorletzte Runde. So episch hätten wir es gerne am Sonntag.

  • Cry Baby. Jim Harbaughs Konterfei ist derzeit Lieblingsmotiv zahlloser facebook Memes. Jenes von Seattles Noise Gang "Volume 12" beschäftigt sich mit gesunder Babynahrung.
    foto: volume12/facebook

    Cry Baby. Jim Harbaughs Konterfei ist derzeit Lieblingsmotiv zahlloser facebook Memes. Jenes von Seattles Noise Gang "Volume 12" beschäftigt sich mit gesunder Babynahrung.

  • Das ist der Opener der Sonntagssendung von Puls 4, der mir sogar als nicht Game Of Thrones Fan gefällt.

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