Burgtheater: Regierung mauert

17. Jänner 2014, 17:42
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Opposition beklagt Desinformation über Finanzmisere

Wien - Es blüht die Fantasie, da die Verantwortlichen zum Ausmaß der Burgtheater-Finanzmisere schweigen: Der Fehlbetrag für das Geschäftsjahr 2012/13 soll um die zwölf Millionen Euro betragen. Georg Springer, Chef der Bundestheater-Holding, stellt dies in Abrede, nennt aber keine Zahl. Das Ergebnis der Prüfer werde eben erst Mitte Februar vorliegen.

Die Desinformation beklagen die Kultursprecher der Oppositionsparteien. Beate Meinl-Reisinger, Vorsitzende des Kulturausschusses (Neos), sagte im Ö1-Morgenjournal, dass sie die Einberufung einer Ausschusssitzung nicht durchsetzen könne: "SPÖ und ÖVP blockieren das leider und sind an Aufklärung offensichtlich nicht interessiert." Walter Rosenkranz, der Kultursprecher der FPÖ, kündigte daraufhin eine dringliche Anfrage an.

Elisabeth Hakel, die Kultursprecherin der SPÖ, konterte, dass sie "eine seriöse Auseinandersetzung auf der Basis von Fakten und keinen billigen Populismus" wolle. Sie möchte auf den Bericht der Wirtschaftsprüfer und die formale Zuständigkeit von Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ) warten. Ihr schwebt eine Ausschusssitzung erst im März vor.

Man spielt auf Zeit - in der Hoffnung, dann Rettungspläne präsentieren zu können. Die Idee, die dritte Spielstätte aufzugeben, würde laut Springer kaum etwas bringen: "Mit dem Kasino kann man kein Budget sanieren." Die kaufmännische Direktion des Burgtheaters wird mit 1. Februar verstärkt: Als Stellvertreter von Thomas Königstorfer wurde Robert Beutler bestellt. Er war seit 2006 Geschäftsführer des Landestheaters in St. Pölten. (trenk, DER STANDARD, 18.1.2014)

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