Slims Aktienumschichtung schlägt wenig Wellen

17. Jänner 2014, 12:46
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Wien - Der Mexikaner Carlos Slim, einer der reichsten Menschen der Welt, hat seine Anteile an der Telekom Austria neu geordnet und seinen Einfluss damit sichtbarer gemacht. Seine Firma America Movil kontrolliert nun ganz offiziell 26,8 Prozent der Telekom-Aktien, davon knapp über 25 Prozent über die niederländische Tochter Carso Telekom. Bisher waren gut drei Prozent in Familienstiftungen geparkt.

Die Investition über die niederländische Carso Telekom dürfte ihm in Österreich auch eine Genehmigung nach dem Außenwirtschaftsgesetz ersparen. Denn dieses verlangt eine Prüfung des Deals nur, wenn eine Person oder Firma aus einem Drittstaat (von außerhalb des EWR) mehr als 25 Prozent an einem in Österreich strategisch wichtigen Unternehmen übernimmt. Die Telekom Austria ist zwar strategisch wichtig, aber Carso Telekom, die 25,02 Prozent an der Telekom Austria hält, ist ein seit langem operatives niederländisches Unternehmen. Und Einschränkungen für die Übernahme durch EU-Firmen gibt es nicht. Dennoch schaut sich das Wirtschaftsministerium die gestern Donnerstag bekanntgemachte Transaktion noch einmal an. Erlässt sie innerhalb eines Monats keinen anderslautenden Bescheid, gilt der Deal als genehmigt.

Dazu kommt, dass auch bisher bekannt war, dass Slim gut 26 Prozent der Telekom Austria kontrolliert, da auch die drei Prozent in Familienstiftungen nicht geheim waren. Auch die Bundeswettbewerbsbehörde ist daher entspannt: Die Beteiligung sei schon im vorigen Jahr im Juni angemeldet und inzwischen durchgewunken worden, hier erwarten Slim also keine Hürden mehr, hieß es am Freitag.

Auch an der Börse hält sich die Aufregung in Grenzen. Zu Mittag stand die Aktie 0,8 Prozent im Minus, nachdem es am Vortag eine kleine Aufwärtsbewegung gegeben hatte. (APA, 17.1.2014)

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