Explosion in Wien: Granate stammte aus Ex-Jugoslawien

17. Jänner 2014, 11:40
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Polizei: "Wir sind noch ganz am Beginn"

Wien - Die Granatenexplosion, bei der am Samstag in Wien zwei Menschen ums Leben gekommen sind, gibt der Polizei weiterhin Rätsel auf. Die Ermittler konzentrieren sich vor allem darauf, das komplizierte Firmengeflecht des 45-jährigen Oberösterreichers zu durchleuchten. Zwei offene Fragen wurden aber geklärt: Die Granate dürfte aus Ex-Jugoslawien stammen, die gefundenen Kanister sind nicht relevant.

Die Tatortarbeit gestaltete sich laut Gerhard Haimeder vom Landeskriminalamt Wien schwierig. "Wir sind noch ganz am Beginn." Neben der umfassenden Spurensicherung am BMW wurde die Wirtschaftsgruppe hinzugezogen, um die Firmengeflechte der beiden Opfer unter die Lupe zu nehmen. "Wer tötet zwei Männer mit Schusswaffe und Handgranate? Das ist ja nicht alltäglich", so Haimeder.

Umfeld der Opfer

Hinzugezogen wurden auch die Landeskriminalämter Salzburg und Oberösterreich, um das Umfeld des Mondseer SPÖ-Politikers und des 57-jährigen Deutschen zu untersuchen. "Wir rekonstruieren die letzten Stunden, warum die beiden nach Wien gekommen sind", sagte der Ermittler. Die Kriminalisten sind auch mit den Kollegen aus Deutschland in Kontakt. Das deutsche Opfer stammte aus dem Bundesland Thüringen.

Zudem hofften die Ermittler auf Zeugen. "Gerade sitzt eine Dame bei uns im Büro (zur Aussage, Anm.), die den Knall gehört hat", sagte Haimeder. Augenzeugen gebe es bisher keine.

Keine Chance für Deutschen

Die Handgranate stammte aus dem ehemaligen Jugoslawien. Sie hat im Mantel an die 3.000 kleine Stahlkugeln, die bei der Explosion zerstreut werden. Der Deutsche hatte kaum eine Chance, die Explosion in unmittelbarer Nähe zu überleben. Handgranaten sind auf dem freien Markt nicht käuflich und können nur am Schwarzmarkt erworben werden. Das muss aber laut Polizeisprecher Thomas Keiblinger nicht bedeuten, dass der Täter einen militärischen Hintergrund hat oder der Mafia zuzuordnen ist, da in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien auch "ganz normale" Privatpersonen leicht Zugang zum Schwarzmarkt hätten.

Die zahlreichen Kanister, die im BMW gefunden wurden, dürften laut Haimeder nichts mit der Tat zu haben, sie wurden vergangenen Freitag gekauft. Der bei der Tat verwendete Revolver wurde bisher nicht gefunden. Die Polizei ging daher auch am Freitag davon aus, dass ein oder mehrere Täter die beiden Opfer getötet hat. (APA, 17.1.2014)

  • Schwierige Tatortarbeit in Ottakring.
    foto: corn

    Schwierige Tatortarbeit in Ottakring.

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