Assad bietet vor Friedensverhandlungen Waffenruhe in Aleppo an

17. Jänner 2014, 10:49
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Außenminister Muallem präsentiert Vorschlag in Moskau - Rivalisierende Islamisten-Milizen erwägen Gefangenentausch - Kreise: Russische Rüstungslieferungen für Syrien

Damaskus/Moskau/Beirut - Die Bemühungen um eine Eindämmung der Gewalt in Syrien kommen voran. Außenminister Walid al-Muallem übergab Russland am Freitag Pläne für einen Waffenstillstand in Aleppo. Die größte Stadt Syriens könne als Vorbild für weitere Orte dienen, sagte er in Moskau. Damaskus sei auch zu einem Gefangenenaustausch bereit. Indes starben im Libanon sieben Menschen bei einem Raketeneinschlag aus Syrien.

"Ich baue auf den Erfolg dieses Plans, wenn alle Seiten ihre Verpflichtungen erfüllen", sagte Muallem nach einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow.

Russland und die USA hatten die Möglichkeit regional begrenzter Feuerpausen in die Diskussion gebracht, unter anderem um humanitäre Hilfe in dem Bürgerkriegsland leisten zu können. Von den USA unterstützte Rebellen hatte diesen Vorschlag im Grundsatz begrüßt. Wenn die Regierung in Damaskus sich an einen Waffenstillstand halte, würden sie dies ebenfalls tun, erklärten sie. Unklar ist allerdings, ob sich auch die radikalen Islamistengruppen beteiligen würden. Sie kämpfen gegen die Regierung sowie andere Aufständische.

Rivalisierende Islamisten erwägen Gefangenenaustausch

Die rivalisierenden islamistischen Milizen planen indes einen Gefangenenaustausch untereinander. Die Al-Nusra-Front, der Islamische Staat im Irak und der Levante (ISIL/ISIS) und andere Gruppen wollen nach eigenen Angaben 400 Männer austauschen. "Wir müssen das Vertrauen unter allen Beteiligten wiederherstellen und zu unserem Hauptanliegen zurückkehren, dem Kampf gegen das syrische Regime", sagte Al-Nusra-Kommandant Abu Mohammed al-Halebi aus Nordsyrien der Nachrichtenagentur dpa.

Kommenden Dienstag starten in der Westschweiz die seit Monaten vorbereiteten Syrien-Friedensgespräche, an denen auch Russland und die USA teilnehmen. Unklar ist bisher, welche syrischen Oppositionsgruppen sich an der Konferenz beteiligen.

Kreise: Russische Rüstungslieferungen für Syrien

Der syrische Machthaber Assad wird indes nicht nur durch die Zerstrittenheit der Opposition gestärkt, sondern offenbar auch durch russische Waffenlieferungen. Ein Nahost-Sicherheitsexperte sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass in jüngster Zeit "Dutzende" Antonow-Transportmaschinen Panzerfahrzeuge, Überwachungsgeräte, elektronische Rüstungssysteme, Helikopter-Ersatzteile und auch Lenkwaffen für Flugzeuge nach Syrien gebracht hätten. (APA, 17.1.2014)

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