ÖSV-Läufer sollen am Lauberhorn "geil skifahren"

17. Jänner 2014, 10:01
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ÖSV-Speed-Herren über ein Jahr ohne Sieg aber für Wengen zuversichtlich - Reichelt einer der Favoriten für die Abfahrt am Samstag

Wengen - Fast 13 Monate sind Österreichs Speed-Herren bereits sieglos. Die ÖSV-Crew sieht diese Serie gelassen. "Das ist innerhalb der Mannschaft kein Thema, wir machen uns dadurch sicher nicht verrückt", versicherte Herren-Cheftrainer Mathias Berthold vor dem Weltcup-Abfahrts-Klassiker am Samstag (12.30 Uhr) in Wengen. "Die Jungs sollen geil skifahren, alles andere kommt von selbst", sagte Berthold.

Auf dem Lauberhorn haben die Österreicher vor allem mit Hannes Reichelt, aber auch mit Matthias Mayer, Max Franz oder Klaus Kröll einige Podestanwärter in ihren Reihen. Wie Berthold lassen auch Reichelt 15 Speed-Rennen (inklusive WM) ohne ÖSV-Sieg eher kalt. "Das ist ein Thema für die Medien, nicht für uns. Wenn ich Zweiter werde, passt das ja auch sehr gut. Und sollte ich gewinnen, dann wäre der Stellenwert des Sieges ganz besonders hoch", meinte Reichelt, der am 29. Dezember 2012 in der Bormio-Abfahrt Österreichs bis dato letzten Speed-Erfolg einfuhr.

Aktuell liegt der Salzburger auf Rang drei im Abfahrts-Weltcup, dementsprechend freut sich Reichelt auch über eine bisher "super Saison" in der Königsdisziplin. Noch dazu kommen seine Lieblingsrennen wie Wengen oder Kitzbühel erst. Reichelt sieht sich bei weitem nicht als einziges ÖSV-Ass im Rennen um den Wengen-Sieg. "Mayer war im Training sehr schnell, und mit Kröll ist hier immer zu rechnen." Schließlich hat Kröll auf dem Lauberhorn 2011 gewonnen und 2013 Rang zwei belegt.

"Wir sind schnell"

Der erste rot-weiß-rote Speed-Sieg im Olympia-Winter ist für Kröll angesichts des starken Teams nur eine Frage der Zeit. "Für den Sieg braucht man immer auch ein bisschen Glück, das hatten wir bis jetzt noch nicht. Eine gänzlich fehlerfreie Fahrt ist noch keinem von uns gelungen, aber das kommt noch. Wir sind schnell, das ist beruhigend und das ist das Wichtigste", erklärte der 33-Jährige vor dem 4,5 km langen Abfahrtsmarathon mit Passagen wie dem Hundschopf, dem Brüggli-S oder dem Haneggschuss, der schnellsten Stelle im Weltcup.

Hinter Reichelt und Kröll geht es in einem äußerst engen Rennen für Mayer, Franz, Georg Streitberger, Joachim Puchner und Co. um die weiteren Olympia-Plätze in der Abfahrt. Geht es nach Berthold, dann soll aber auch dieses Thema seine "Jungs" nicht unnötig belasten. "In den Köpfen der Athleten soll weder Olympia, noch der fehlende Sieg herumspuken. Das ist nicht konstruktiv. Sie sollen sich aufs Skifahren konzentrieren, Schwung für Schwung", so Berthold.

Favoritenquartett

Das versucht auch Puchner zu beherzigen: "Olympia ist derzeit in aller Munde. Aber ich sehe das sehr, sehr entspannt. Wenn es passiert, dann passiert es. Es wäre falsch, sich nur auf Olympia zu fixieren."

Zu den Topfavoriten auf den Wengen-Sieg zählen neben Reichelt vor allem der Trainingsschnellste Erik Guay (CAN) sowie Abfahrts-Weltcup-Leader Aksel Lund Svindal (NOR) und Vorjahressieger Christof Innerhofer (ITA). "Beim Lauberhornsieger ist es wie beim Olympiasieger - diesen Titel verlierst du nie. Deshalb kann ich ganz entspannt in dieses Rennen gehen", sagte Innerhofer. (APA, 17.1.2014)

  • Die ÖSV-Hoffnungen ruhen auf Hannes Reichelt
    foto: ap

    Die ÖSV-Hoffnungen ruhen auf Hannes Reichelt

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