ÖHB-Männer trotz Niederlage in Hauptrunde

16. Jänner 2014, 20:14
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Österreich hat im letzten Gruppenspiel gegen Mazedonien zwar knapp das Nachsehen, steigt aber dank Schützenhilfe Dänemarks auf

Herning - Österreich hat sich zum Abschluss der Vorrunde der EM in Dänemark fast selbst ein Bein gestellt. Die Mannschaft von Patrékur Johannesson unterlag nach ihrer bisher schwächsten Turnierleistung Mazedonien mit 21:22 (10:12). Weil Gastgeber Dänemark im Anschluss Tschechien mit 33:29 (21:17) besiegte, gelang aber der Einzug in die Hauptrunde. Dort warten neuerlich in Herning Island (Samstag), Weltmeister Spanien (Montag) und Ungarn (Mittwoch). Die Österreicher nehmen keinen Punkt mit.

In einem Spiel auf mäßigem Niveau überzeugte am Donnerstagabend neben Torjäger Konrad Wilczynski (sieben Treffer) am ehesten noch der reaktivierte Teampensionist Patrick Fölser (37), der in der ersten Halbzeit seines 217. Länderspiels viermal traf und sich gut mit Viktor Szilagyi verstand. Als Torschütze fiel der Kapitän jedoch völlig aus.

Österreichs Rückraum war gegen die offensive Deckung praktisch abgemeldet. Mazedoniens Goalie Borko Ristovski wurde lediglich warmgeschossen. Zur Halbzeit hatte er eine Fangquote von 55 Prozent.

Vergebliches Aufbäumen

Nach dem Wechsel kam Österreich gegen den EM-Fünften von 2012 auf und zum 14:14. In dieser Phase konnte auch Mazedoniens Star Kiril Lazarov nicht glänzen, allerdings war er am Ende mit acht Toren der erfolgreichste Spieler.

Die erstmalige Führung Österreichs besorgte in einer Überzahlsituation schließlich Roland Schlinger in der 48. Minute (18:17). In Überzahl baute der vom Siebener makellose Wilczynski (fünf Versuche, fünf Tore) den Vorsprung auf zwei Treffer aus (19:17). Mazedonien steckte aber nicht auf und lag eineinhalb Minuten vor dem Ende 21:20 in Front. In Unterzahl konnte Schlinger noch einmal ausgleichen, Lazarov warf die Mazedonier aber 26 Sekunden vor dem Ende in die Hauptrunde.

Nebeneffekt

Der Einzug in die Hauptrunde hat für Österreich einen erfreulichen Nebeneffekt, nämlich die Setzung im Qualifikations-Play-off im Juni für die WM 2015 in Katar. (APA, red, DERSTANDARD, 17.1.2014)

Handball-EM, Donnerstag

Gruppe A in Herning:

Mazedonien - Österreich 22:21 (12:10)
Tore: Lazarov 8, Stoilov 4, Angelovski 3, Georgievski 2, Manaskov 2, Mirkulovski 2, Pecakovski 1 bzw. Wilczynski 7, Schlinger 5, Fölser 4, Weber 2, M. Hermann 1, Kolar 1, Santos 1

Dänemark - Tschechien 33:29 (21:17)

Hauptrunde I:

 Tabelle:
1. Spanien      2 2 0 0 67:55 4
2. Dänemark     2 2 0 0 62:50 4
3. Mazedonien   2 1 0 1 43:50 2
4. Island       2 0 1 1 55:60 1
5. Ungarn       2 0 1 1 54:61 1
6. Österreich   2 0 0 2 50:55 0

18. Jänner:
Mazedonien - Ungarn (16), Österreich - Island (18.15), Dänemark - Spanien (20:30)

20. Jänner:
Mazedonien - Island (16), Österreich - Spanien (18.15), Dänemark - Ungarn (20.30)

22. Jänner:
Mazedonien - Spanien (16), Österreich - Ungarn (18.15), Dänemark - Island (20.30)

Stimmen:

Patrekur Johannesson (ÖHB-Teamchef): "Das war ein hartes Spiel. Die Jungs haben alles gegeben, das war nicht unserer Problem. Auch Nikola (Marinovic) hat gut gehalten. Aus dem Rückraum hatte aber nur Roli Schlinger eine gute Quote. Der Torwart von Mazedonien ist gut, das ist klar. Trotzdem muss man besser werfen. Viktor Szilagyi ist ein Klassespieler, aber man kann nicht jeden Tag ein super Spiel haben. Da müssen einfach andere kommen, das liegt nicht nur an Viktor. Wir haben aus dem Rückraum die Bälle nicht reingebracht."

"Kaum einer hat uns vor der EM zugetraut, dass wir dieses Ziel, in die Hauptrunde zu kommen, auch erreichen - viele hätten uns auf den Plätzen 13 bis 16 gesehen. Natürlich sind wir nach der Niederlage heute enttäuscht, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir hier schon Großes erreicht haben. Wir sind unter den besten zwölf Nationen Europas, darauf können wir stolz sein und das ist ein super Erfolg für das gesamte Team. Jetzt müssen wir uns neu und gut auf Island, Ungarn und Spanien vorbereiten, dann ist auch in der Hauptrunde noch etwas möglich."

Patrick Fölser (ÖHB-Kreisspieler): "Die Verbindung mit Roli Schlinger und mit Viktor (Szilagyi) kenn ich seit zwölf Jahren, das hat sofort wieder gut funktioniert. Im Endeffekt bringt uns das leider nichts, wir haben um ein Tor verloren. Wir haben den Torhüter der Mazedonier zum Weltmeister gemacht. Der Torhüter ist gut, aber wir haben viele freie Chancen nicht genützt. Ich bin angefressen."

  • Mazedoniens Kiril Lazarov ist kein Kind von Traurigkeit: Spüren muss das Patrick Fölser (re.).
    foto: epa/claus fisker

    Mazedoniens Kiril Lazarov ist kein Kind von Traurigkeit: Spüren muss das Patrick Fölser (re.).

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