MAK feiert 150. Geburtstag mit zwei Jubiläumsausstellungen

16. Jänner 2014, 17:23
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Umgestaltung der Schausammlungen geht weiter

Wien - Am 12. Mai feiert das Wiener Museum für Angewandte Kunst (MAK) seinen 150. Geburtstag. Aus diesem Anlass zeigt man 2014 nicht nur zwei große Jubiläumsausstellungen, sondern treibt auch die Umgestaltung der permanenten Schausammlungen voran. Dazu wird die Studiensammlung durch das Wiener Designstudio EOOS völlig neu gestaltet und zum Geburtstag als "MAK Design Labor" neu eröffnet.

MAK-Direktor Christoph Thun-Hohenstein legte bei der Jahrespressekonferenz heute, Donnerstag, ein "klares Bekenntnis zur Erneuerung permanenter Schausäle" ab: "Hier muss auf der Höhe der Zeit etwas geboten werden. Wir leben in einer neuen Moderne - let's face it." Themen wie Digitalisierung und Vernetzung müssten auch im MAK ihren Niederschlag finden. Daher werde es auch im Bereich Social Media ("Man kann nicht behaupten, dass das MAK da bisher ein Vorreiter war") ein Jubiläumsprojekt geben, an dem Peter Weibel mitarbeiten soll.

Design Labor

Das künftige "Design Labor" sei "der größte Baustein der permanenten Veränderung", sagte Thun-Hohenstein. "Dort werden alle Bereiche des Hauses vertreten sein." Der Direktor sieht die Kernkompetenz des MAK, das er "von der Vorbildersammlung zum interkreativen Inspirationsmuseum" umgestalten möchte, nicht nur im Bereich der Wiener Moderne, sondern auch als "Globallabor der Kulturen". Daher sei die nächste Umgestaltung einer Schausammlung Asien gewidmet. Der neue, von Tadashi Kawamata gestaltete Asien-Raum eröffnet am 18. Februar. Es folgt die Neugestaltung des Teppich-Raums durch Michael Embacher. "Der Raum wird die Form eines Seidenraupenkokons haben", verriet Thun-Hohenstein, der auch eine künstlerische Intervention der türkischen Künstlerin Füsun Onur ankündigte.

"Vorbilder. 150 Jahre MAK: Vom Kunstgewerbe zum Design" heißt die erste Jubiläumsausstellung (ab 11. Juni), die sich - begleitet von der Foto-Schau "Ausstellungen im Bild"- mit der Entwicklung des MAK beschäftigt und seine Fortsetzung in "Wege der Moderne. Josef Hoffmann, Adolf Loos und die Folgen" (ab 10. Dezember) findet. Anlässlich des 80. Geburtstags von Hans Hollein (30. März) wird dem Architekten, Künstler, Designer und Ausstellungsgestalter ab 25. Juni eine umfangreiche Ausstellung gewidmet, die "eine Einschätzung seines Werks, insbesondere jener Aspekte, die für jüngere Generationen interessant sind", geben soll. Neben neuen Fotografien wichtiger Gebäude von Hollein steht auch eine erste Auswertung seines Archivs im Zentrum. "Das wird nicht das Ende, sondern der Anfang der Beschäftigung mit ihm sein", sagte Thun-Hohenstein.

Die MAK-Exposituren im Geymüllerschlössel, in Brtnice und in Los Angeles werden weiter bespielt, der MAK Tower im Flakturm Arenbergpark befindet sich weiter "in Vorbereitung". Man habe "in den vergangenen zwei Jahren nicht geschlafen", es handle sich dabei jedoch um "ein sehr komplexes Projekt", das zumal in Zeiten knapper Budgets "mit Augenmaß" gestaltet werden müsse. Die ursprünglich für Mitte Juni 2014 angekündigte "Europäische Triennale für positiven Wandel", die zeitgenössische Kunst und Medienkunst mit Design, Architektur und anderen angewandten Disziplinen verbinden soll, wird zur Biennale und verschoben. Man strebe eine Zusammenarbeit mit möglichst vielen weiteren Wiener Institutionen an, um mehr Aufmerksamkeit bei Publikum, Presse und Sponsoren wecken zu können.

Mittel immer knapper

Das MAK habe keine Schulden, doch die Mittel würden immer knapper. "Die Not muss erfinderisch machen", so Thun-Hohenstein, der mit Jahresbeginn auch den turnusmäßigen Vorsitz der Direktorenkonferenz der Bundesmuseen übernommen hat. Im Kreise seiner Kollegen will er vor allem für mehr Miteinander werben. "Wir müssen viel mehr Querverbindungen schaffen. Das Potenzial ist enorm." Aber natürlich werde auch bei den Bundesmuseen bei ausbleibender Inflations-Anpassung der Subventionen der Moment kommen, wo es nicht mehr weitergehe. "Jedes Jahr werden die Anforderungen, über Fundraising Geld zu bekommen, größer und gleichzeitig schwieriger."

Zur Besucherbilanz 2013 verwies der Direktor auf das Kulturministerium, das die Zahlen der Bundesmuseen akkordiert bekannt geben wolle, verriet aber "den Trend": Trotz umbaubedingter Schließung von Teilen des Hauses rechne man mit einem Besucherplus von "weit über 15 Prozent". 2012 hatte das MAK 139.172 Besucher gemeldet, im Jahr davor 156.212. Die mit seinem Vorgänger Peter Noever erzielte außergerichtliche Einigung sei "ein sehr fairer Vergleich", der den laufenden Betrieb des Museums "in keiner Weise finanziell belastet", da es dafür Rückstellungen gegeben habe, sagte Thun-Hohenstein auf Nachfrage der APA. "Wir sind froh, dass dieser Vergleich abgeschlossen wurde." (APA, 16.1.2014)

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