Internationaler Ring von Pädophilen gesprengt

16. Jänner 2014, 17:15
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Kinder auf den Philippinen live vor Webcams sexuell missbraucht

Manila/London - Ermittler aus Großbritannien, Australien und den Philippinen haben einen internationalen Pädophilen-Ring gesprengt, der den sexuellen Missbrauch philippinischer Kinder gegen Bezahlung live über das Internet übertrug. Nach monatelangen Ermittlungen in einem Dutzend Länder seien 29 Verdächtige festgenommen worden, teilten die Behörden am Donnerstag mit. 15 minderjährige Opfer wurden befreit.

Unter den Festgenommenen sind 17 Briten und drei Australier, so die britische Behörde NCA, die australische und die philippinische Polizei am Donnerstag mit. Insgesamt 15 Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren wurden demnach befreit. Sie waren teilweise von ihren eigenen Eltern ausgebeutet worden.

Auf die Spur des internationalen Rings kamen die Ermittler im Jahr 2012, nachdem sie auf dem Computer eines Briten zahllose Kinderpornos entdeckt hatten. Der Mann und ein Komplize wurden inzwischen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

73 Euro pro "Sitzung"

Bei den meisten der im Zuge der "Operation Endeavour" Festgenommenen handelt es sich nach Angaben der Fahnder um Kunden; den Missbrauch organisiert haben sollen elf der auf den Philippinen inhaftierten Verdächtigen. Zu ihnen gehörte nach philippinischen Polizeiangaben auch ein Ehepaar, das seine drei kleinen Kinder vor laufenden Webcams zu sexuellen Handlungen zwang. Pro "Sitzung" verlangte es demnach von seinen "Kunden" umgerechnet 73 Euro. Die drei jungen Opfer und zwölf weitere Schicksalsgenossen wurden inzwischen in Kinderheimen untergebracht.

"Extreme Armut, die zunehmende Verfügbarkeit von schnellen Internetverbindungen und eine enorme Basis an verhältnismäßig wohlhabenden Kunden im Ausland haben dazu geführt, dass kriminelle Banden Kinder sexuell ausbeuten", erklärte die NCA. Um die Kinder davor zu schützen, müssten die Fahnder gegen "jedes Glied der Kette" vorgehen, von den Banden bis hin zu den Kunden.

Nach den Worten des philippinischen Chef-Ermittlers gegen Cyber-Kriminalität, Gilbert Sosa, ist diese Art Kriminalität in seinem Land zu einem "bedeutenden Problem" geworden. Bittere Armut zwänge viele Kinder und Jugendliche zur Prostitution oder zur "Arbeit in sogenannten Cybersex-Buden", sagte Sosa. Immer wieder würden sie von den eigenen Angehörigen dazu gedrängt. (APA/AFP, 16.1.2014)

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