Hotel Radisson versteigert Inventar

  • Alles muss raus: Unter anderem werden 200 Nespresso-Kaffeemaschinen, 200 Wasserkocher, 200 Eiswürfelbehälter, Unmengen an Besteck, Teller, Kerzenleuchter und Bettwäsche versteigert.
    foto: regine hendrich

    Alles muss raus: Unter anderem werden 200 Nespresso-Kaffeemaschinen, 200 Wasserkocher, 200 Eiswürfelbehälter, Unmengen an Besteck, Teller, Kerzenleuchter und Bettwäsche versteigert.

Vorbereitungen für die Versteigerung des Inventars des Radisson-Hotels, neues Hotel mit Luxuswohnungen entsteht

Wien - 40 Arbeiter der Versteigerungsfirma I.P.G. haben eine Woche lang das gesamte Inventar des ehemaligen Radisson-Hotels am Wiener Parkring 14 und 16 katalogisiert und für die Live-Versteigerung am 25. Jänner vorbereitet. Unter den Hammer kommt (außer den Prunkräumen) alles "vom Regenschirm bis zur Präsidentensuite", erzählt Herbert Pribyl von I.P.G. dem STANDARD.

Der Ausrufungspreis für die insgesamt 2800 Hotelutensilien liegt bei 250.000 Euro, der Schätzwert bei 2,5 Millionen, so Pribyl. Was bei der Liveversteigerung nicht weggeht, wird am 29. und 30. Jänner online versteigert.

Das Radisson Blu schloss Ende des Vorjahres, weil der Vertrag zwischen dem Eigentümer der Immobilie (WSF-Gruppe mit Sitz in Wien) und dem Hotelbetreiber (Radisson) auslief. Freilich wären auch umfangreiche Investitionen in die Hotelimmobilie notwendig geworden. Die WSF-Gruppe besitzt und betreibt Hotels im In- und Ausland.

Die Hotelimmobilie besteht aus ehemals zwei unabhängigen Ringstraßenpalais: den Palais Leitenberger und Henckel von Donnersmarck. Die Errichtung beider Prunkbauten fällt in die Epoche des Fin de Siècle, der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

"Alles was Sie sehen, ist verkäuflich", sagt Pribyl. Da gibt es etwa prunkvolle Deckenluster, die um je 250 Euro ausgerufen werden und einen Neuwert von 25.000 Euro haben. Oder 249 komplette Fünf-Sterne-Zimmer. Der Zimmerpreis inklusive Vorhänge geht mit 250 Euro in die Auktion. Interessenten für die Hotelzimmer (die auch im Paket erworben werden können) seien etwa Betreiber von Ferienwohnungen. Auch die Caritas habe für ihre Jugend- und Pflegeheime an dem einen oder anderen Inventar Interesse, erzählt Pribyl.

80 Prozent der Auktionsartikel sind auf einem Stockwerk zusammengestellt. 250 Kaffeemaschinen, etwa mit einem Neuwert von einer halben Million Euro, werden zum Ausrufungspreis von etwa 30.000 Euro offeriert. Selbst die Stiegengeländer können ersteigert werden.

Zu kaufen gibt es auch 200 moderne Flachbildschirme, die erst vor wenigen Monaten angeschafft wurden. Der Ausrufungspreis: 30 Euro, gekauft wurden sie jüngst um 400 Euro.

Sobald das Hotelinventar verkauft sein wird (die neuen Besitzer müssen sich die Gegenstände nach der Versteigerung sofort mitnehmen), werden die Baumaschinen vorfahren.

Ab Februar kommt alles außer den tragenden Mauern und den Prunkräumen heraus, berichtet Architekt Heribert Thanner.

Luxuswohnungen am Dach

Es entsteht ein neues Luxushotel auf dem 18.000 Quadratmeter großen Gebäudekomplex, allerdings mit weniger Zimmern: Statt 249 werden es nur 150 bis 170. Die frei werdende Fläche wird für den Dachausbau im Palais mit der Hausnummer 14 in der Weihburggasse genutzt. Hier entstehen auf rund 4000 Quadratmeter Luxuswohnungen, die zum Verkauf angeboten werden, schildert Thanner die Pläne.

Straßenseitig am Parkring soll die Fassade geöffnet werden und hinter einer Glasfront ein Luxusrestaurant mit Blick auf den Stadtpark entstehen. Im Untergeschoß des neuen Hotels, dessen Betreiber noch nicht feststeht, entsteht ein großer Wellness- und Fitnessbereich auf etwa 2000 Quadratmeter.

Die Eröffnung des neuen Luxushotels wird im Herbst 2015 angepeilt. (Claudia Ruff, DER STANDARD, 17.1.2014)

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