Wie lebt es sich als Mann

16. Jänner 2014, 17:30
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"The Boys are back in Town": Junge Männer auf Identitätssuche

Wien - Mütter und pubertäre Söhne? Bewegen sich in Paralleluniversen. Unterhalten sich, bei aller Liebe, in unterschiedlichen Sprachen. Allein die immer wieder verblüffende Neukontextuierung des F-Wortes birgt reichlich innerfamiliären Sprengstoff. Väter und Söhne hingegen! Ticken ähnlich. Wollen das Gleiche. Verstehen einander. Wortlos.

Wer in Beziehungsfragen dermaßen irrt, also im Grunde alle Väter, Mütter und Nachwüchse, wird im Dschungel Wien eines Besseren belehrt. The Boys are back in Town ist, nach Boys don't cry, eine rasante, witzige, nachdenklich machende Collage aus Break- und Modern Dance, Hip-Hop und wie improvisiert wirkenden Erinnerungsfragmenten.

Die Choreografie hat Corinne Eckenstein (Konzept und Regie) gemeinsam mit den sieben Darstellern zwischen 13 und 31 Jahren (Flavio de Pina Soares de Carvalho, Joaquin Ylo, Hisham Morscher, Yu Lei, Adil Embaby, Ben Pascal, Richard Schmetterer) erarbeitet.

Wut, Liebe, Sex, Betrug, Familie sind einige der Schlagwörter im Vater-und-Sohn-Beziehungsgeflecht. "It's a men's world", sagt einer der Burschen einmal - nicht forsch, sondern ziemlich ratlos. Weil: Was genau will denn die Männerwelt von ihnen? Wie dürfen, sollen, müssen sie sein? Perfekt? Ohne Makel? Im Traum habe er sein Bein wieder, ruft der im Rollstuhl sitzende Adil Embaby seinem (abwesenden) Papa zu. Als Rolemodels taugen die meisten Väter jedenfalls nur bedingt, denn sie haben Karriere, aber keine Zeit. Außer abends um acht. "Aber da habe ich keine Zeit. Da gehe ich schlafen." (Andrea Schurian, DER STANDARD, 17.1.2014)

  • Tanzen bis zum Umfallen: Sieben junge Darsteller zwischen 13 und 31 Jahren suchen nach der neuen Männlichkeit.
    foto: rainer berson

    Tanzen bis zum Umfallen: Sieben junge Darsteller zwischen 13 und 31 Jahren suchen nach der neuen Männlichkeit.

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