Niederösterreichs Windradzonen erhitzen die Gemüter

16. Jänner 2014, 16:53
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Auf zwei Prozent der Landesfläche dürfen Anlagen gebaut werden, was weder Befürworter noch Gegner zufriedenstellt

St. Pölten/Wien – Vor einem Monat präsentierte das Land Niederösterreich einen Zonenplan für Windräder, der noch bis 14. Februar für Stellungnahmen aufliegt. Er sollte dem Wildwuchs in den Gemeinden, die bis dahin eigenständig über den Bau der Anlagen entschieden haben, ein Ende bereiten und erhitzte Gemüter abkühlen. Doch kalmiert gaben sich die Ausbaukritiker der IG Weinviertel und der IG Waldviertel – einem Zusammenschluss von Bürgerinitiativen – am Donnerstag bei einer Pressekonferenz nicht.

"Wein- und Waldviertel tragen die Hauptlast des Windkraftausbaus von ganz Österreich", kritisiert Leopold Dungl von der IG Weinviertel, der sich um den Erhalt des Landschaftsbilds sorgt. Der Zonenplan legt fest, dass nur zwei Prozent der Landesfläche für Windräder geeignet sind – wobei es 4,9 Prozent des Weinviertels sind. Dass die Zonen mit Windrad-Erlaubnis tatsächlich Windparks werden, ist allerdings nicht gesagt: Nach wie vor entscheiden darüber die Gemeinden; auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist weiterhin Pflicht.

Festhalten an Ausbauzielen

Die Vermutung der Gegner, dass auf Bürgermeister von Landes- oder Firmenseite Druck ausgeübt werde, weist Umweltlandesrat Stephan Pernkopf (VP) "entschieden zurück“. Vonseiten IG Windkraft wurde zuletzt aber gewarnt, dass die Ausbauziele des Landes bis 2020 (an denen Pernkopf festhält) nicht erreichbar seien, wenn die für den Windradbau noch erlaubten Flächen nicht auch dazu genützt würden. (Gudrun Springer, Der Standard, 17.1.2014)

  • Nach wie vor entscheiden die Gemeinden, ob Zonen mit Windrad-Erlaubnis tatsächlich Windparks werden.
    foto: apa/arno burgi

    Nach wie vor entscheiden die Gemeinden, ob Zonen mit Windrad-Erlaubnis tatsächlich Windparks werden.

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