Binderholz schließt Salzburger Plattenwerk

16. Jänner 2014, 16:49
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111 Mitarbeiter betroffen

Hallein/Fügen - Die Tiroler Binderholz-Gruppe legt mit Ende März 2014 den Standort der MDF Hallein still. Wie das Unternehmen am Donnerstag in einer Aussendung informierte, sind 111 Arbeitnehmer betroffen. Die Mitarbeiter seien heute im Rahmen einer Betriebsversammlung informiert worden, für sie soll ein umfassendes Sozialpaket geschnürt werden.

Als Gründe für die Schließung der MDF Hallein nennt Binderholz-Eigentümer und Geschäftsführer Hans Binder den großen wirtschaftlichen Druck und die starke Billigkonkurrenzt. Die Holzwerkstoffindustrie leide seit der Krise 2008 massiv an den hohen Rohstoffpreisen, man habe bis zuletzt vergeblich darauf gehofft, dass sich die Situation verbessere.

"Die Rohstoffpreise bei Industrieholz, Hackgut und Leim sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, zuletzt zu Jahresbeginn 2014. Wegen der Überkapazitäten am Markt und der Billigkonkurrenz konnten wir die Erhöhung nicht in ausreichendem Ausmaß weitergeben", sagte Binder. Darüber hinaus seien zentrale Absatzmärkte eingebrochen. Alleine der Hauptmarkt Italien habe seit dem Jahr 2009 einen Rückgang von 40 Prozent aufgewiesen.

"Geordnete Schließung"

"Wir waren verpflichtet, diesen Schritt zu setzten. Jetzt ist es uns ein wichtiges Anliegen, dass wir eine geordnete Schließung durchführen, und alle Geschäftspartner und Mitarbeiter ihr Geld pünktlich bekommen."

Binder will die Belegschaft soweit wie möglich an den anderen Unternehmensstandorten weiter beschäftigen. "Wie viele Mitarbeiter bereit sind, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, wird man in den nächsten Tagen sehen. Ich bin überzeugt, dass das bei einigen der Fall sein wird", so Binder. Zugleich liege der Facharbeiteranteil bei den betroffenen Mitarbeitern bei über 60 Prozent. "Die bekommen in der Region leichter einen Job, als unqualifizierte Mitarbeiter." 90 Prozent der betroffenen Arbeitnehmer seien Männer.

Abgesehen von der defizitären MDF - die Abkürzung steht für Mitteldichte Faserplatten, die vor allem für Möbel, Panele und Decken verwendet werden - gehe es der Binderholz-Gruppe gut. "Wir produzieren an unseren anderen Standorte Massivholzprodukte. Das ist ein großer Vorteil, das Geschäft mit Leimbinder und Massivholzplatten läuft, vor allem die Massivholzbauelemente für Einfamilienhäuser und große Wohnprojekte entwickeln sich positiv." Im Jahr 2012 erwirtschaftete die MDF Hallein einen Umsatz von rund 63,7 Mio. Euro, schrieb aber Verluste.

Binder hat neben dem Hauptsitz in Fügen in Tirol fünf weitere Standorte, unter anderen in St. Georgen im Flachgau und Unternberg im Lungau. (APA, 16.1.2014)

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