FPÖ für "Leistung, Anstrengung und Disziplin" in Schule

16. Jänner 2014, 14:36
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Gudenus: "Gegen Gesamtschule in allen Facetten" - Besinnung auf Grundkompetenzen

Wien - Auf die Rückbesinnung auf Grundkompetenzen und Werte wie "Leistung, Anstand und Disziplin" statt auf die "Schulversucheritis" vergangener Jahrzehnte und die Gesamtschule setzt die FPÖ. Das Schulsystem werde nicht mit Organisationsreformen verbessert, meinte Bildungssprecher Walter Rosenkranz bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Die FPÖ sieht sich als letzte Verteidigerin der AHS-Langform.

In der Bildungspolitik scheine das Motto "Bewährtes muss mit aller Gewalt weg" zu gelten, mutmaßte Rosenkranz. Dazu werde immer wieder gerne ins Ausland geschaut, dortige Modelle aber nicht eins zu eins übernommen. Als Beispiel nannte er das "hervorragende Berufsschulwesen" sowohl mit der Lehre als auch mit den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) - mit dem neuen Lehrerdienstrecht werde dieses gefährdet.

"Und was hat sich noch bewährt? Die Langform des Gymnasiums - also muss auch diese Form weg", vermutete Rosenkranz. Dahinter stünden "soziologische und ideologische Experimente". Die Schulen seien aber "in erster Linie Bildungseinrichtungen und erst in zweiter Linie soziologische Versuchswerkstätten".

Für Beibehaltung des Gymnasiums

"Wir glauben, dass das öffentliche differenzierte Schulsystem das Beste ist und die besten maßgeschneiderten Lösungen für jedes Kind bietet", betonte der FPÖ-Bildungssprecher - mit der entsprechenden Möglichkeit, Ausbildungsschienen zu wechseln und Abschlüsse nachzuholen. Wenig hält er von Schulversuchen zur Gesamtschule - es gebe in Österreich Schulversuche, die seit den 1960er Jahren "wissenschaftlich nie berührt worden sind". Er fürchte, dass gerade bei flächendeckenden Schulversuchen "die Wissenschaft nicht wirklich gefragt ist". Bestes Beispiel sei die Neue Mittelschule (NMS), die ohne Evaluierung ins Regelschulwesen übernommen wurde.

Dass die Vorarlberger FPÖ solchen Versuchen im Ländle zustimmen will, ficht Rosenkranz nicht an. Als "überzeugter Föderalist" sei er der Ansicht: "Auch Bundesländer dürfen etwas wollen." Er sehe das wie ein Elternteil, das den Kindern sage: "Greif nicht ins Feuer, es tut weh": "Manche wollen die Erfahrung eben selber machen."

Gudenus: Gegen Gesamtschule "in allen Facetten"

Dem ehemaligen Wiener VP-Bildungssprecher Wolfgang Aigner, der als mittlerweile wilder Gemeinderats-Abgeordneter von der FPÖ unterstützt wird, "tut es in der Seele weh, wie von der ÖVP klassische Tugenden und Werte aufgegeben werden". Problem: "Man kann halt nur einmal austreten, auch wenn die Partei einem immer neue Gründe liefert." Eine Gesamtschule könne man nicht einfach ausprobieren: "Wenn ich das mache, muss ich das Gymnasium auslöschen. Eine Modellregion bedeutet, dass es in annehmbarer Nähe kein Gymnasium mehr gibt."

Für den Wiener FP-Klubchef Johann Gudenus ist Aigner ein "Musterbeispiel enttäuschter VP-Mitglieder": "In vielen Ländern wird das differenzierte Schulsystem von der ÖVP verraten." Die FPÖ sei als einzige Partei "gegen die Gesamtschule in allen Facetten". Dahinter stehe der Gedanke, dass "Einheitslehrer in Einheitsschulen Einheitsbürger schaffen", die unmündig seien und durch soziale Leistungen von der SPÖ als machthabender Partei abhängig seien. (APA, 16.1.2014)

  • FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz bleibt gegen die Gesamtschule.
    foto: ap/zak

    FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz bleibt gegen die Gesamtschule.

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