SPÖ-Vorstand wählte Freund einstimmig zum Spitzenkandidaten

16. Jänner 2014, 14:27
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Ex-ORF-Journalist warnt vor Aufständen - Bisherige Mandatarin Regner auf Platz zwei

Wien - Der ehemalige ORF-Journalist Eugen Freund ist nun auch offiziell Spitzenkandidat der SPÖ für die EU-Wahl. Die Entscheidung dafür fiel im Bundesparteivorstand einstimmig, berichtete Bundeskanzler Werner Faymann am Donnerstag in einer Pressekonferenz.

"Ich freue mich persönlich, dass du diese Kandidatur annimmst", sagte Faymann. Eugen Freund sei ein integrer Mensch mit großer internationaler und politischer Erfahrung, aufrichtig und geradlinig und zusätzlich mit der Eigenschaft ausgestattet, Dinge auf den Punkt bringen zu können. Einstimmige Beschlüsse in der SPÖ seien eine Seltenheit. Die heutige Abstimmung im Vorstand erinnere "fast an Kreiskys Zeiten". 

Freund hofft auf hohe Wahlbeteiligung

Freund gab sich entsprechend überwältigt, er habe die Wahl sehr gerne angenommen. Der Spitzenkandidat verwies auf Europa als Friedensprojekt und hofft auf eine hohe Wahlbeteiligung. "Ich möchte, dass sich mehr Leute an diesem großartigen Projekt, zu dem auch das EU-Parlament gehört, beteiligen."

Gefahr von Militärdiktaturen in Europa

Für den Spitzenkandidaten birgt die steigende Arbeitslosigkeit sehr reale Gefahren. Er verwies auf die Vergangenheit von Ländern wie Spanien und Griechenland. Die Befürchtung sei nicht so weit hergeholt, dass es dort zu Aufständen und in der Folge wieder zu Militärdiktaturen kommen könnte.

Delegationsleiter könnte Leichtfried werden

Wer nun nach der Wahl Delegationsleiter der SPÖ im Europaparlament wird, hätten die Abgeordneten selbst zu entscheiden, sagte Faymann. Freund betonte, es sei seine Idee gewesen, diesen Posten erneut Jörg Leichtfried zu überlassen. Er hätte es nicht für gut erachtet, neu in die Politik zu kommen und von allen anderen zu erwarten, dass sie sich hinten anstellen.

Eine Kandidatur für eine andere Partei, mit der er sich ideologisch nicht identifizieren könnte, wäre für Freund übrigens nicht infrage gekommen. "Ich verkaufe mein Hemd ja nicht an den Bestbietenden", sagte er.

Regner auf Platz zwei

Auch die neun Listenplätze hinter Freund wurden vergeben. Abgestimmt wurde über alle Positionen gemeinsam, die Einstimmigkeit gilt also für alle Kandidaten dieser Liste. Hinter Freund wurden die bisherigen Mandatare Evelyn Regner, Jörg Leichtfried, Karin Kadenbach und Josef Weidenholzer nominiert. Weidenholzers Platz ist schon ein Kampfmandat.

Zu einem späteren Zeitpunkt werden in einem weiteren Parteivorstand die Positionen ab Listenplatz elf vergeben. Insgesamt stellt die SPÖ - entsprechend den gesetzlichen Erfordernissen - 42 Kandidaten auf. Endgültig gekürt werden sie alle vom Bundesparteirat. (APA, 16.1.2014)

Die ersten zehn Plätze auf der Liste:

1. Eugen Freund (Kärnten, Wien)

2. Evelyn Regner (FSG, Wien)

3. Jörg Leichtfried (Steiermark)

4. Karin Kadenbach (Niederösterreich)

5. Josef Weidenholzer (Oberösterreich)

6. Karoline Graswander-Hainz (Tirol)

7. Heinz Josef Zitz (Burgenland)

8. Heidi Hirschbichler (Salzburg)

9. Gerhard Kilga (Vorarlberg)

10. Michaela Kauer (Wien)

  • Freund könne Dinge auf den Punkt bringen, lobt Faymann.
    foto: apa/fohringer

    Freund könne Dinge auf den Punkt bringen, lobt Faymann.

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