A1 bietet die Totalüberwachung von Haustieren

17. Jänner 2014, 13:29
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Mobilfunker will mit Haustier-Tracking und Heimüberwachung reüssieren

Nicht nur Google sieht das Internet der Dinge als lukrativen Zukunftsmarkt: Hierzulande ist es vor allem Mobilfunker A1, der Privatkunden für "Connected Consumer Gadgets" begeistern möchte. Der Startschuss erfolgt mit einem Tierhalsband: Dieses soll es ermöglichen, den geliebten Vierbeiner per GPS ausfindig zu machen und dem Besitzer in Echtzeit Daten über den Aufenthaltsort zu übermitteln. Die App lässt Haustierhalter zusätzlich eine Sicherheitszone definieren. Wird diese von Hund oder Katze verlassen, schlägt das Handy Alarm.

App aus Oberösterreich

Entwickelt wurde die Tractive-App vom gleichnamigen Start-up aus Pasching. Die Daten werden durch eine nicht austauschbare SIM-Karte im Halsband übertragen, deren Anbindung ans Mobilfunknetz A1 übernimmt.

Der Provider vertreibt außerdem eine App, durch die man Ferienhäuser vor Einbrüchen und Frostschäden schützen können soll. Hier ist man schon näher bei Google und dessen gerade erfolgten Erwerbs des Thermostatherstellers Nest: So aktiviert die App beispielsweise Heizgeräte, sobald die Temperatur sinkt. Zusätzlich erhalten User eine Nachricht, falls sich jemand im Haus befindet. Beide Produkte sind bereits erhältlich. Zu Pauschalkosten kommen die laufend Nutzungsgebühren hinzu.

Intelligente Freizeitgeräte

Bisher konzentrierte sich der Anbieter im Bereich "Machine to Machine" (M2M) auf Lösungen für Unternehmen oder Industriebetriebe, etwa im Bereich Flottenmanagement oder im Gesundheitswesen. Außerdem bot man Füllbestandsanalysen für Getränkeautomaten und Smart Metering, also intelligentes Stromzählen, an. Mit der Öffnung für Privatkunden will man den Trend umsatzfördernd nutzen. "Nicht zuletzt die Elektronikmesse CES hat gezeigt, dass das Internet der Dinge sich immer mehr in Richtung Consumer-Products und Gadgets entwickelt", sagt Phat Huynh, bei A1 für den Bereich "M2M" zuständig. Die Kooperation mit Start-ups erweise sich hierbei als ideal.

Für zukünftige Lösungen sei die reibungslose Bedienbarkeit auf dem Smartphone entscheidend, das im Optimalfall unterschiedliche Gadgets miteinander verbinden soll. "Wir haben einige Produkte in der Pipeline", so Huynh, der im Konsumentenbereich vor allem Sicherheitslösungen und Sport- und Freizeitgeräte im Kommen sieht.

Schattenseiten des Trends

Kritiker warnen allerdings vor Verletzungen der Privatsphäre und Sicherheitslücken bei derartigen Anwendungen. So könnten Geräte gehackt und ferngesteuert werden. Huanyh hält solche Sorgen zwar für berechtigt, von einer durchdringenden Vernetzung aller Haushaltsgeräte sei man aber ohnehin noch weit entfernt. Weiters würden Verschlüsselungstechniken und aktuelle Standards für Sicherheit sorgen, auch wenn realistisch betrachtet "jeder Sicherheitsstandard prinzipiell knackbar ist". (Fabian Schmid, DER STANDARD, 17.1.2014)

  • Who let the dog out? Vernetzte Halsbänder wissen, wo der Streuner steckt.
    foto: dpa/carsten rehder

    Who let the dog out? Vernetzte Halsbänder wissen, wo der Streuner steckt.

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