Puls 4: Ex-ORF-Journalist Fischer peilt 100.000 Zuschauer an

16. Jänner 2014, 10:27
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Bei "Guten Abend Österreich" gelte es "an vielen Rädchen zu drehen und viele Pflöcke einzuschlagen" - Ex-ORF-Journalist will Relevanz des Formats steigern

Wien - "Mindestens 100.000 Zuschauer": So lautet das ambitionierte Ziel von Johannes Fischer für das Puls 4-Vorabendmagazin "Guten Abend Österreich". Seit wenigen Tagen unterstützt der Ex-ORF-Journalist die Redaktion der Nachrichtensendung und zeigt sich angetan vom Privatsender. "Ich habe die Dinge, die dort in der Information gemacht werden, seit längerem wohlwollend verfolgt."

Von Puls 4-Chef Markus Breitenecker wurde der 68-Jährige nun wie berichtet geholt, um "Guten Abend Österreich" auch quotentechnisch auf Vordermann zu bringen. Seit Jahresbeginn erreichte das tägliche Format durchschnittlich 49.000 Zuseher bei einem Marktanteil von 2,3 Prozent. Fischer bezeichnete es jedenfalls als "besonders mutig, in diese Todeszone ab 18.45 Uhr" ein Newsmagazin zu legen. Er werde dabei seine Expertise einbringen, "mehr ist es auch nicht".

Zeitlich begrenzt

Klar ist bereits im Vorfeld, dass das Engagement des ehemaligen ORF-Magazinchefs und aktuell als Medientrainer tätigen Wieners ein zeitlich begrenztes sein wird. "Ich habe mir ein paar Ziele gesteckt, die ich mit dieser jungen, ambitionierten Redaktion erreichen möchte." Allen voran soll die Sendung besser sichtbar gemacht werden, "es kennen uns derzeit zu wenige". Außerdem will Fischer die Relevanz steigern. "Der Zuschauer muss das Gefühl haben, dass ihn die Sendung im Lebensvollzug weiterbringt." Und schließlich soll "Guten Abend Österreich" überraschend werden.

Großen Wert legt Fischer darauf, dass er keine offizielle Position bei Puls 4 eingenommen hat. "Ich mache jetzt einmal diese Sendung mit diesen sehr lustigen und sehr guten jungen Leuten, und wenn sich die Ziele als absehbar zu erreichen darstellen, bin ich wieder weg." Das Potenzial für 100.000 Zuschauer sei jedenfalls gegeben. Bis diese Quote gelingt, gelte es "an vielen Rädchen zu drehen und viele Pflöcke einzuschlagen".

Diskussionen bei Privaten

Ob es zu weiteren Personalwechseln bei der Sendung kommen wird - aktuell moderieren Gundula Geiginger, Thomas Mohr und Norbert Oberhauser sowie Jürgen Peindl, Volker Pisczek und Sabine Mord abwechselnd in Dreierteams -, könne er derzeit noch nicht sagen. "So etwas kann man nie ausschließen." Allerdings werde er diesbezüglich nur Vorschläge machen, die Entscheidung liege bei Breitenecker sowie Puls 4-Infochefin Corinna Milborn.

Dass er nun bei einem direkten Konkurrenten des ORF mit an Bord ist, stellt für Fischer kein Problem dar. "Ich fühle mich in keiner Weise an ein Unternehmen gebunden, aus dem ich seit drei Jahren draußen bin." Von der Magazinflotte seines ehemaligen Arbeitgebers hält er aber nach wie vor viel, "dort ist man relativ gut aufgestellt". Allerdings bedauert er, dass große Diskussionsforen beim öffentlich-rechtlichen Sender etwas eingeschlafen sind. "Das machen jetzt die Privaten", verweist Fischer etwa auf die "News Arena" bei Puls 4. "Ich habe die Befürchtung, dass der ORF da ein bisschen Infokompetenz verliert bzw. an die Privaten abgibt." (APA, 16.1.2014)

  • Neuer Puls 4-Mitarbeiter Johannes Fischer, hier im Bild bei einer ORF-"Club 2"-Diskussion im Jahr 2010.
    foto: orf/ali schafler

    Neuer Puls 4-Mitarbeiter Johannes Fischer, hier im Bild bei einer ORF-"Club 2"-Diskussion im Jahr 2010.

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