Brustkrebs: Interventionelle Radiologie als Zukunftsfeld

16. Jänner 2014, 10:21
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In Salzburg diskutieren 900 Mediziner über neue Ansätze für Biopsien - zur Diagnose bei Brustkrebs längst eingesetzt, könnten sie künftig eine noch größere Rolle spielen

Die klassische Operation gilt bei bösartigen Tumoren der Brust als medizinischer Standard. Doch in Zukunft könnten auch Verfahren der interventionellen Radiologie in der Therapie an Bedeutung gewinnen. Beim Kongress IROS 2014 in Salzburg diskutieren 900 Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz neue Ansätze für Biopsien. 

Nadelbiopsie als Standard-Diagnose

Um bei einem unklaren Befund den Tumorverdacht abzuklären und eine Diagnose zu stellen, ist die interventionelle Radiologie längst Standard. "Heute werden über 90 Prozent aller Fragezeichen in der Mammadiagnostik mittels Nadelbiopsie abgeklärt", sagte Christian Weismann, Leiter der Abteilung für Mammadiagnostik und - intervention der Salzburger Landeskliniken. Bei der Punktation wird eine Nadel vom Arzt mithilfe von bildgebenden Verfahren gezielt zum Verdachtspunkt gesteuert und Gewebe entnommen. Früher war bei unklaren Befunden im Bereich der Brust auch zur Diagnose eine Operation nötig. Für die Patientinnen ist die Biopsie mit örtlicher Betäubung weniger belastend und kann ambulant gemacht werden.

Eine bereits etablierte Methode zum Entfernen von Herden in der Brust ist die Vakuum-Aspirations-Biopsie, bei der das Gewebe in kleinen Portionen abgetragen und durch die Nadel entnommen wird, erläuterte Weismann. Als neue Entwicklungen gibt es Nadeln, bei denen das Zellmaterial erhitzt beziehungsweise gefroren und damit abgetötet wird. Gewebe kann auch in einem winzigen Korb, der durch eine Nadel eingebracht wird, umschlossen und geborgen werden.

Alle diese therapeutischen Methoden werden derzeit überwiegend nur bei gutartigen Befunden eingesetzt, stellte der Salzburger Radiologe klar. "Wir können uns nur an das halten, was wir im bildgebenden Verfahren sehen. Der Pathologe erkennt aber vielleicht, dass noch mehr Gewebe vom Tumor betroffen ist", erklärt Weismann einen Nachteil dieser bildgebend gestützten Verfahren gegenüber herkömmlichen Operationen. Deshalb bleibe auch in den kommenden Jahren die klassische Operation noch das Mittel der Wahl. (APA, derStandard.at, 16.1.2014)

  • Bei der Diagnose von Brustkrebs könnten Biopsien noch wichtiger werden.
    foto: dpa-zentralbild/jan-peter kasper

    Bei der Diagnose von Brustkrebs könnten Biopsien noch wichtiger werden.

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