Österreichs Treibhausbilanz bleibt trüb

16. Jänner 2014, 06:55
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Österreich will Umwelt-Vorreiter Europas werden - schon lange. Regelmäßig gelingt das nicht, und das kostet viel Geld

Wien - Im Vergleich zum Jahr 2011 sind die CO2-Werte im Jahr 2012 um 3,3 Prozent gesunken. Das geht aus der aktuellen Treibhausgasbilanz hervor, die am Mittwoch bei einem Pressegespräch des Umweltbundesamtes und des Lebensministeriums in Wien vorgestellt wurde. Das ist die gute Nachricht. Weniger gut ist: Der Zielwert für die Kioto-Periode von 2008 bis 2012 wurde mit einem Gesamtausstoß von 415,9 Millionen Tonnen weiterhin deutlich überschritten.

Für die künftige Klimapolitik hat sich Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) allerdings vorgenommen, nicht hinter seinem Vorgänger Niki Berlakovich zurückzubleiben und Österreich "zum Umwelt-Vorreiter Europas zu machen": "Wenn wir hier eine Führungsrolle einnehmen wollen, müssen wir frühzeitige und ambitionierte Ziele definieren. Nur so können wir unseren Kindern die Welt später in gleich gutem oder sogar besserem Zustand übergeben." Vor allem die Reduktion von Treibhausgasen, der Ausbau von erneuerbaren Energieträgern und Energieeffizienz müssten in Zukunft im Fokus stehen. Auf diese Weise sollen die Kioto-Ziele für die Periode von 2013 bis 2020 ohne Zertifikate erreicht werden, sagt der ambitionierte Minister.

80,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent

80,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent wurden 2012 in Österreich ausgestoßen. Die Treibhausgasemissionen sind damit im Vergleich zum Vorjahr immerhin um 2,7 Millionen Tonnen (3,3 Prozent) gesunken. Seit 2005 wurde der CO2-Ausstoß hierzulande um 13 Prozent gesenkt, gibt es von Jürgen Schneider, Programmleiter Wirtschaft und Wirkung im Umweltbundesamt, Details: "Im selben Zeitraum ist die Wirtschaft trotz Krisenjahren um ca. elf Prozent gewachsen."

Das Kioto-Ziel für die Periode von 2008 bis 2012 konnte Österreich nicht erfüllen: Für diesen Zeitraum hatte man sich vorgenommen, 13 Prozent weniger Schadstoffe als im Jahr 1990 zu produzieren. Anstelle des Zielwertes von 343,9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen lag der Wert jedoch bei 415,3 Millionen Tonnen. Um die Kioto-Verpflichtung zu erfüllen, mussten deshalb knapp 70 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenz - laut Schneider umgerechnet etwa 500 Millionen Euro - in Form von Zertifikaten eingesetzt werden.

Industrie und Verkehr

"Das Kioto-Protokoll lässt dieses Mittel zu. Schöner wäre es natürlich, wenn wir das anders geschafft hätten", so Schneider. Belastet wurde die Treibhausgasbilanz durch fünf Millionen Tonnen, die durch die Gratiszuteilung bereits an Unternehmen vergeben, jedoch nicht aufgebraucht wurden. Sie sollen nun entweder weiterverkauft oder in die dritte Kioto-Periode mitgenommen werden.

Vor allem zwei Bereiche hätten laut Schneider dazu beigetragen, dass Österreich sein Kioto-Ziel nicht erreicht hat: die Industrie und das "Sorgenkind" Verkehr, gefolgt von Landwirtschaft und Energieaufbringung. Positiv hätte sich hingegen die Neubewaldung und Entwaldung ausgewirkt. (APA, 16.1.2014)

  • Es will und will nicht steil bergauf gehen - mit den heimischen Erfolgen.
    foto: reuters/greenpeace

    Es will und will nicht steil bergauf gehen - mit den heimischen Erfolgen.

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