Paris: Kühlzelte für Hitzetote

14. August 2003, 17:40
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Die brütende Hitze hat in Europa Dutzende Menschen dahingerafft - auch gegen die Brände werden die Löscheinheiten immer machtloser

Paris/Mailand/Lissabon/Barcelona/Zagreb - Die brütende Hitze über Europa hat vor allem in Frankreich und Italien Dutzende Menschen dahingerafft. Allein im Großraum Paris seien seit Freitag mehr als 100 Menschen gestorben, sagte die Chefin der Pariser Krankenhäuser, Rose-Marie Van Lerberghe.

Leichen-Kühlzelte

Um alle Leichen bis zu ihrer Bestattung kühl halten zu können, errichtete Frankreichs größtes Bestattungsunternehmen "Pompes funebres generales (PFG) aufblasbare Leichen-Kühlzelte in Gemeinden um Paris. Mit 42,6 Grad wurde in der südfranzösischen Stadt Orange ein neuer Hitzerekord des Sommers in Frankreich gemessen.

In Norditalien starben 60 alte Menschen

In Norditalien starben allein am Dienstag und in der Nacht auf Mittwoch 60 alte Menschen. Die Opfer waren im Alter zwischen 70 und 98 Jahren und waren seit langem krank; die meisten hatten an Herz-und Atemwegserkrankungen gelitten.

Neue Brände in Piemont In Piemont und in den Dolomiten flammten neue Brände auf. In der Region Vercelli westlich von Novara wurden 250 Hektar Wald- und Buschland von den Flammen vernichtet.

Bränden in der nordspanischen Region Katalonien Bei den Bränden in der nordspanischen Region Katalonien sind bereits 6500 Hektar Wald in Flammen aufgegangen. An der Algarve-Küste breiteten sich die seit fünf Tagen wütenden Waldbrände weiter aus.

Brände an der Adria Auf der kroatischen Adriainsel Hvar brach ein neuer Waldbrand aus. Wegen eines kräftigen Windes hätten sich die Flammen in mehreren Richtungen "dramatisch" entfacht, berichtete die kroatische Nachrichtenagentur Hina am Mittwoch.

Ozonbelastung in der Schweiz

Mit der Hitze stieg auch die Ozonbelastung, besonders in der Schweiz, wo neuerlich Höchsttemperaturen über 40 Grad gemessen wurden. Auf den Autobahnen in der Südschweiz gilt Tempo 80.

In der Stadt Bern hat der Gemeinderat am Mittwoch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung aufgefordert, ihr Auto zu Hause zu lassen. Die Ozonsituation in der Stadt Bern nehme dramatische Formen an, heißt es einer Mitteilung der Gemeinde. Aufgrund der Wetterverhältnisse sei mit einer wesentlichen Entschärfung der Lage nicht zu rechnen.

Deutschland: Höchstwerte in der Temperaturmessung

Auch in Deutschland gab es neue Höchstwerte in der Temperaturmessung. Die Meteorologen rechneten aber damit, dass die Einwirkung des Hochs "Michaela" bis zum Wochenende hin schwächer wird und die Temperaturen sinken. (AFP, dpa, sdr, DER STANDARD Printausgabe 14.8.2003)

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