Forscher prognostizieren vollständiges Schmelzen der Nordpol-Kappe

15. August 2003, 12:00
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"Am Ende dieses Jahrhunderts wird es im Sommer kein Eis mehr am Nordpol geben"

Oslo - Wegen der globalen Erwärmung wird das Eis am Nordpol laut einer internationalen Studie in den kommenden 100 Jahren vollständig schmelzen. Seit 1978 sei die Polkappe in der Arktis pro Jahrzehnt um drei bis vier Prozent geschrumpft, bilanzierte Ola Johannessen vom Nansen-Forschungsinstitut im norwegischen Bergen bei der Vorstellung der Untersuchungsergebnisse: "Am Ende dieses Jahrhunderts wird es im Sommer kein Eis mehr am Nordpol geben."

Sollte der Kohlendioxid-Ausstoß weiter zunehmen, werde das Abtauen der Polkappe sogar noch schneller gehen. Durch eine CO2-Reduktion könne der Prozess verlangsamt werden, erklärte der Mitautor der Studie "Klimawandel der Arktis".

Langzeitbeobachtung

Der Studie zufolge zeigen Satellitenbilder, dass die Eiskappe am Nordpol in den vergangenen 20 Jahren um eine Million Quadratkilometer geschrumpft ist. Im Sommer werden jetzt nur noch sechs Millionen Quadratkilometer am Nordpol von Eis bedeckt.

Durch das Schmelzen des Polareises wird laut Johannessen kaltes Wasser in die Ozeane gelangen und warme Meeresströmungen wie den Golfstrom verringern, der in Europa bisher für milde Temperaturen sorgt. Dies werde vielfältige Auswirkungen auf das Klima und das Ökosystem haben.

Meeresspiegel nicht betroffen

Im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Ansicht wird der Meeresspiegel nach Johannessens Meinung jedoch nicht ansteigen: "Indem man Eis schmilzt, das sich ohnehin schon im Wasser befindet, kommt keine Masse dazu." Der Meeresspiegel könne nur durch ein Schmelzen der Gletscher - etwa auf Grönland - und zunehmende Niederschläge steigen. (APA)

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