ÖIAG: Prinzhorn-Freunde noch und nöcher

18. August 2003, 19:58
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Reise- und Telefonkosten explodieren - Ausschreibungen gehen an Freunde

Wien - Die Neubesetzung des ÖIAG-Aufsichtsrates war eine der ersten Aktionen von Finanzminister Karl-Heinz Grasser im Frühjahr 2000. Die Personalberatung Egon Zehnder gewann die Ausschreibung für die Suche nach den geeigneten Kandidaten und kassierte dafür 138.078 Euro. Zehnder-Chef Joachim Kappl ist ein Freund von Grasser und FP-Finanzsprecher Thomas Prinzhorn. Kappls Ehefrau Barbara ist Büroleiterin bei Prinzhorn.

Der Rechnungshof hält fest, die Ausschreibung habe nicht den vergaberechtlichen Vorgaben entsprochen. So hätte ein offenes Verfahren durchgeführt werden müssen. Die Angebotsfrist habe weniger als eine Woche betragen. Die Ausschreibung des Ministeriums habe zudem nicht die maßgeblichen qualitativen Kriterien enthalten, nach denen die Ermittlung erfolgen sollte. Der Preis von Zehnder lag dafür um 27,8 Prozent über dem Zweitgereihten.

Unter dem dann neu bestellten ÖIAG-Aufsichtsratspräsidenten, Prinzhorn-Intimus Alfred Heinzel, explodierten die Kosten. Die Aufsichtsratsvergütungen verdoppelten sich auf 156.241 Euro pro Jahr. Reisekosten und Spesenaufwand stiegen im Vergleich zu 1999 um das Zwanzigfache auf 32.505 Euro 2001. Heinzel verrechnete allein für 2001 Telefonkosten für 4337 Euro. (red, Der Standard, Printausgabe, 14.08.2003)

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