Urlaubsunterbrechung

20. August 2003, 16:49
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Wie haben es eigentlich vier Nationalrats- Abgeordnete geschafft, der Sondersitzung fern zu bleiben - Kommentar von RAU

Urlaubsunterbrechungen sind ja so ziemlich das Schädlichste, was die Wellness-Lehre kennt. Gedenken wir daher kurz jener Nationalratsabgeordneten, die wegen einer Sondersitzung ohne sonderliche politische Relevanz aus dem Urlaub brutal ins brutheiße Wien gerufen wurden. Einer soll angeblich aus Namibia (für Armin-Assinger-Fans: das frühere Deutsch-Südwestafrika) gekommen sein. Aber wie wird der Normalurlauber mit dem Unterbruch fertig? Charterflüge von vielen Mittelmeerinseln gibt's nur an bestimmten Wochentagen.

Also sündteure Linie, und das womöglich noch mit Umsteigen in Barcelona oder Athen. Oder: weg vom herrlichen österreichischen Badesee, rauf auf die glutheiße, brandgefährliche Autobahn und wieder retour.

Der Wiedereintritt in die Sommerfrische wird hart. Aber am meisten interessiert uns, wie es vier Abgeordnete (zwei Grüne, ein ÖVPler, ein SPler), geschafft haben, fern zu bleiben. Mussten sie sich ausgeklügelte Verhinderungsgründe einfallen lassen ("mein Einbaum geht nur einmal die Woche")? Oder gibt es starke Charaktere, die einfach sagten: "Na, i will net, habt's mich gern"? Sollte es solche Heroen geben, würden wir sie gerne kennen lernen. (DER STANDARD, Printausgabe, 14.8.2003)

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