Diplomatie geht trotz Selbstmordanschlägen weiter

14. August 2003, 19:18
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Sharon soll mit Abbas nächste Woche zusammen treffen

Jerusalem - Ungeachtet der Selbstmordanschläge vom Dienstag wollen Israelis und die Palästinenser ihre diplomatischen Bemühungen um die Umsetzung des Nahost-Friedensplans fortsetzen. Der israelische Ministerpräsident Sharon und sein palästinensischer Amtskollege Abbas haben für die kommende Woche ein neues Treffen vereinbart. Bereits zuvor werden Israels Verteidigungsminister Shaul Mofaz und der palästinensische Sicherheitschef Mohammed Dahlan zu Beratungen zusammentreffen, hieß es von palästinensischer Seite.

Angesichts der ersten Selbstmordanschläge seit Ausrufung der Waffenruhe traf Scaron am Mittwoch zu dringenden Sicherheitsberatungen mit Mofaz und ranghohen Militärs zusammen. Die israelische Regierung ließ durchblicken, dass sie wegen der beiden Anschläge keine militärischen Aktionen gegen die Palästinenser plane. Die Anschläge erfolgten offenbar als Vergeltungsaktion der militanten Palästinenser für eine israelische Kommandoaktion am Freitag, bei der zwei Hamas-Aktivisten und zwei unbeteiligte Palästinenser sowie ein israelischer Soldat getötet wurden.

Entschlossenheit

Auch die USA hatten die Anschläge am Dienstag scharf verurteilt und betont, die Nahost-Friedensbemühungen würden dadurch nicht unterbrochen. Sprecher der radikalen Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad erklärten am Mittwoch, die Autonomiebehörde werde die Forderungen Israels nach Zerschlagung dieser Organisationen "niemals erfüllen".

Der US-Nahostvermittler William Burns sagte nach einem Treffen mit Abbas in Jordanien, US-Präsident George W. Bush sei weiterhin fest entschlossen, den internationalen Friedensplan für Nahost umzusetzen. "Niemand macht sich Illusionen", sagte Burns. "Dies ist ein sehr schwieriger Prozess." Beide Seiten hätten Verpflichtungen zu erfüllen, um im Interesse ihrer Völker Fortschritte zu erzielen. Abbas machte israelische "Provokationen der Palästinenser" für die jüngsten Gewalttaten verantwortlich. Er bekräftigte jedoch seine Entschlossenheit, die Extremistengruppen zu einem Festhalten an der Waffenruhe zu bewegen. (APA/dpa)

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