Platter: Schwerpunkt bei den Einsätzen ist der Balkan

14. August 2003, 19:34
posten

Truppenbesuch in Mazedonien und im Kosovo - Österreichische Einheit für relativ ruhigen Sektor zuständig

Skopje - Verteidigungsminister Platter (V) ist am Mittwoch zu seinem ersten Besuch bei den österreichischen Kontingenten im Rahmen der Friedenstruppen am Balkan gestartet. "Unser Schwerpunkt bei den internationalen Einsätzen ist der Balkan", betonte er dabei bei seiner ersten Station im Camp Banski Rid nahe der mazedonischen Hauptstadt Skopje. In Mazedonien hat die EU unter dem Namen "Concordia" im April die Militärpräsenz von der NATO übernommen. Überlegungen, die Mission nach ihrem Auslaufen Mitte Dezember durch einen polizeilichen Einsatz zu ersetzen, beurteilte der Minister skeptisch.

"Ich sage ganz ehrlich, ich bin da relativ skeptisch", so Platter. "Ich glaube, dass der richtige Weg jener wäre, dass die Mission fortgesetzt wird." Der Minister argumentierte, dass es wohl schwierig wäre, in den EU-Staaten genügend Polizisten für einen Auslandseinsatz zu entbehren. Österreich würde sich bei einer Verlängerung der Mission jedenfalls weiterhin beteiligen, genauso wie es wohl zu einem österreichischen Engagement kommen würde, sollte die EU die Mission in Bosnien-Herzegowina übernehmen.

EU erwägt Entsendung von Polizeikräften

In der EU wird derzeit jedenfalls überlegt, ab Dezember statt Militärs Polizeikräfte nach Mazedonien zu entsenden. Diese könnten als Berater der lokalen Polizei dienen und bei der Reform der Sicherheitsheitskräfte mitwirken.

Noch sind freilich die insgesamt 462 Soldaten der von der EU geführten Operation "Concordia" in FYROM (Former Yugoslavian Republic of Macedonia) stationiert, insgesamt sind an dieser EUFOR-Truppe 26 Nationen beteiligt. Ihre Aufgabe ist es, zur Umsetzung des 2001 geschlossenen Abkommens von Ohrid beizutragen, mit dem das Zusammenleben der mazedonischen und der albanischen Bevölkerung geregelt wird.

Wichtigstes operatives Element von EUFOR sind die 22 Teams, die über das frühere Krisengebiet verteilt sind und den Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung halten. Zu ihren Aufgaben zählt neben dem Durchführen von Patrouillen die Überwachung der mazedonischen Armee. Zuständig sind sie außerdem für den Schutz von Angehörigen der OSZE, die in Mazedonien tätig sind. Bei Problemen können sie eine von acht mit gepanzerten Fahrzeugen ausgestattete Gruppen zur Unterstützung rufen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Minister am Flughafen in Skopje.

Share if you care.