Brände in Europa: Neuer Brand auf kroatischer Insel Hvar

13. August 2003, 19:46
posten

Wind fachte Brände Spanien weiter an - Wälder in der Größe Luxemburgs in Portrugal vernichtet

Zagreb - Auf der kroatischen Adriainsel Hvar hat sich ein neuer Waldbrand binnen weniger Stunden schnell ausgeweitet. Wegen eines kräftigen Windes hätten sich die Flammen in mehreren Richtungen "dramatisch" entfacht, berichtete die kroatische Nachrichtenagentur Hina am Mittwoch. Bereits etwa 500 Hektar Wald-und Buschland seien in Brand geraten. Das Feuer bedrohe mehrere Gebäude.

Noch am Mittwoch sollten laut Hina Löschflugzeuge auf der Urlauberinsel eingesetzt werden. Unterdessen waren in mehreren Regionen entlang der kroatischen Küste Hunderte Feuerwehrleute im Einsatz gegen kleinere Wald- und Buschbrände.

Wind fachte Brände im Nordosten Spaniens weiter an Starke Windböen haben Waldbrände in Nordostspanien weiter aufgepeitscht und Bemühungen der Feuerwehrleute zunichte gemacht, das Zusammenwachsen zweier Großfeuer rund 80 Kilometer nordwestlich von Barcelona zu verhindern.

Bei Einbruch der Dunkelheit am Dienstag waren die Feuer bei Sant Llorenc Savall und Gallifa außer Kontrolle geraten. Mehr als 1.000 Menschen wurden evakuiert. Auf der Flucht vor dem Brand von Sant Llorenc Savall kamen am Montag fünf Menschen ums Leben

Brände an der portugiesischen Küste

An der Algarve-Küste haben sich die seit fünf Tagen wütenden Waldbrände weiter ausgebreitet. Die Lage wurde dadurch erschwert, dass Dutzende Feuerwehrleute und zwei Löschflugzeuge aus den Bergen von Monchique im Hinterland abgezogen werden mussten, um bei der nahegelegenen Stadt Silves einen neuen Waldbrand zu bekämpfen, wie der Leiter der regionalen Feuerwehr, Vilarim Reis, dem privaten Radiosender TSF am Mittwoch sagte.

Soldaten brachten Dutzende Einwohner aus der dünn besiedelten Gegend um Silves und Alzejur vor den bedrohlich heranrückenden Flammen in Sicherheit. "Bei diesem Wind und diesen Temperaturen ist derzeit alles möglich", sagte Reis.

Mehrere Straßen- und Zugverbindungen waren unterbrochen, weil sich das Feuer in zwei breiten Schneisen durch die beliebte Ferienregion fraß. Der portugiesische Ministerpräsident Jose Manuel Durao Barroso sagte am Dienstagabend, die Brände seien für Portugal "ein Härtetest - vielleicht der größte seit Jahrzehnten".

Nach Angaben der Forstämter wurden bisher 215.000 Hektar Land von den Flammen zerstört, eine Fläche, die fast der Größe Luxemburgs entspricht. An der südportugiesischen Küste machen jedes Jahr fast sechs Millionen Menschen Urlaub; viele der über 100.000 Ferienwohnungen gehören Nordeuropäern.

6.500 Hektar Wald in Katalonien verbrannt

Bei den Bränden in der nordspanischen Region Katalonien sind bereits 6.500 Hektar Wald in Flammen aufgegangen. Ein Feuerwehrmann wurde nach Behördenangaben vom Mittwoch getötet und fünf weitere verletzt, als ihr Wagen am Dienstagabend auf dem Weg zu Löscharbeiten nahe Lerida verunglückte.

Nach Feuerwehrangaben konnte ein am Sonntag nahe Sant Llorenc Savall ausgebrochener Waldbrand "stabilisiert" werden. Feuerwehrleute kämpften weiter gegen das Inferno bei Lerida. 100 Löschzüge und rund 20 Löschflugzeuge sowie 500 Freiwillige waren im Einsatz, um die Flammen einzudämmen.

Eine fünfköpfige Familie, die am Montag tot nahe ihrem Haus nahe Sant Llorenc Savall gefunden wurde, sollte am Mittwoch beigesetzt werden. Die Opfer waren im dichten Rauch erstickt. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Vernichteter Waldstreifen in Sant Llorenc Savall in Nordspanien

Share if you care.