Analysten: Streiks zumindest "problematisch"

14. August 2003, 21:50
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Erste Bank: Wegen Umsatzeinbußen bei gleichbleibenden Kosten "verheerende Auswirkungen" möglich - RCB: AUA braucht nach schwachem Halbjahr gute August- und Septemberergebnisse

Wien - Die vom AUA-Bord-Betriebsrat angedrohten "Kampfmaßnahmen bis hin zu Streiks" bei der Austrian Airlines (AUA) werden von Analysten heimischer Großbanken zumindest als "problematisch" gesehen. Streiks würden sich jedenfalls direkt auf das AUA-Ergebnis durchschlagen, meinten von der APA befragte Analysten der Erste Bank, RCB und Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) am Mittwoch.

Sollte es tatsächlich zu Streiks kommen, würden der AUA die Passagiere und damit die Umsätze wegbrechen - bei gleich bleibend hohen Kosten, erläuterte Erste Bank-Analyst Amir-Ali Ameri. Im Gegensatz zu Billigairlines verfüge die AUA nicht über "flexible Anpassungsmechanismen", die möglicherweise enormen Umsatzrückgänge könnten nicht so schnell aufgefangen werden. Daher könnte ein Streik - je nach Dauer und Umfang - mitunter "verheerende" Auswirkungen auf den heimischen Carrier haben.

Streiks seien auch deshalb "problematisch", weil sie große Unsicherheit bei den Passagieren erzeugen könnten, meinte RCB-Analyst Stefan Maxian. Daher wäre ein genau datierter Streiktag besser als die ungefähre Ankündigung, dass es im nächsten Monaten zu Streikmaßnahmen kommen könnte. "Wenn ein bis zwei Tage gestreikt wird, bringt das die AUA nicht um", meint Maxian. Aber angesichts des schwachen Halbjahres 2003 habe die AUA nun die traditionell guten Ergebnisse des August und September "dringend notwendig". Die vom AUA-Vorstand mit 1 Mio. Euro pro Tag bezifferten Streikkosten hält Maxian für zu niedrig angesetzt: "Ich würde von etwas mehr ausgehen, möglicherweise dem Doppelten."

Streiks wären auf alle Fälle "bad news" für die AUA-Gruppe und würden sich auch auf den Aktienkurs auswirken, ist BA-CA-Analyst Jens Zimmermann überzeugt.(APA)

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