"Ort der Stille" nimmt Gestalt an

21. August 2003, 13:15
3 Postings

Architekt Peter Eisenman stellte die ersten Stelen seines Berliner Holocaust-Mahnmals vor

Berlin - Der amerikanische Architekt Peter Eisenman hat am Samstag die ersten der 2.700 Stelen für das Berliner Holocaust- Mahnmal vorgestellt. Auf dem Gelände am Brandenburger Tor sagte Eisenman, das Denkmal solle als "Ort der Stille" an den millionenfachen Mord an den Juden Europas erinnern. Zeitplan

Die Stelen sollen bis Ende 2004 stehen. 2005 soll auch der "Ort der Information" geöffnet werden, ein unterirdisches Ausstellungszentrum am Rande des Geländes, in dem sich die Besucher über die Stätten des Holocaust informieren können. Darin sollen auch die Namen von rund drei Millionen Holocaust-Opfern dokumentiert werden, die von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem gesammelt wurden.

Plädoyer für Gelassenheit

Auf dem 19.000 Quadratmeter großen Areal, das Höhenunterschiede von mehreren Metern aufweist, sollen die Betonstelen den Eindruck eines "wogenden Feldes" vermitteln. Die Blöcke werden von einem Unternehmen aus Brandenburg hergestellt und mit einer Schutzschicht gegen Graffiti überzogen.

Unterdessen plädierte Eisenman für Gelassenheit im Umgang mit möglichem Vandalismus am Monument. "Diese zerstörerischen Gefühle gibt es nun mal. Wir können nicht alles blütenrein halten. Das wäre dieselbe Haltung wie in den dreißiger Jahren", sagte Eisenman in einem Interview mit dem Magazin "Stern" (Donnerstagausgabe). Er sei "sehr neugierig", was nach der Einweihung passieren werde. "Mir würde es jedenfalls nichts ausmachen, wenn es Graffiti gäbe", sagte der Architekt. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.