Somalia wieder ohne Regierung

16. August 2003, 15:51
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Die bisherige Übergangsregierung von Hassan will im Bürgerkriegsland weiter im Amt bleiben - Furcht vor neuer Gewalt

Nairobi - Das Bürgerkriegsland Somalia ist seit Mittwoch wieder ohne Regierung. Das dreijährige Mandat für die Übergangsregierung lief aus, ohne dass sich die bisherigen Amtsträger auf eine Lösung hätten einigen können. Der bisherige Präsident Abdulkassim Salat Hassan kündigte an, dass die Übergangsregierung weiter im Amt bleibe. Am Wochenende hatte er Premierminister Hassan Abshhir Farah entlassen. Dieser bezeichnete eine Verlängerung des Mandats als illegal. In der Hauptstadt Mogadischu wächst die Furcht vor einem neuen Ausbruch der Gewalt.

Derzeit arbeiten in der kenianischen Hauptstadt Nairobi mehrere Hundert Delegierte aus Somalia an einem Verfassungsentwurf. "Wenn alles gut geht, dann kann im September das Parlament der neuen Übergangsregierung gebildet werden", sagte ein Sprecher der Friedenskonferenz für Somalia. Es seien jedoch noch mehrere Punkte strittig. Der bisherige Entwurf schreibt den Islam als Staatsreligion und die islamische Gesetzgebung Scharia als juristische Basis fest.

Seit dem Umsturz des Regimes von Mohamed Siad Barre 1991 bekämpfen sich in dem ostafrikanischen Land mehrere bewaffnete Gruppen. Die vor drei Jahren eingesetzte Übergangsregierung kontrollierte nur einen Teil der Hauptstadt. Im vergangenen Oktober begannen die Friedensgespräche in Kenia. (APA/dpa)

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    Der bisherige Präsident Somalias, Abdulkassim Salat Hassan, will im Amt bleiben.

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