Onodi: Zu viele Menschen auf engem Raum

14. August 2003, 19:30
3 Postings

Partik-Pable fordert Erlass einer Hausordnung

St. Pölten/Wien - Der tragische Vorfall im Flüchtlingslager und die daraus resultierende Unsicherheit bei der Bevölkerung Traiskirchens würden einmal mehr die Notwendigkeit einer besseren Flüchtlingsbetreuung in Österreich aufzeigen, stellte LHStv. Heidemaria Onodi am Mittwoch fest. Die SP-NÖ-Landesvorsitzende übte Kritik an den "reflexartigen Schuldzuweisungen" von Innenminister Ernst Strasser (V), der mit seinen reflexartigen Schuldzuweisungen Vorurteile gegen Tschetschenen schüre.

Fakt sei, dass im Lager Traiskirchen zu viele Menschen auf engem Raum wohnen. Onodi forderte im Interesse sowohl der Flüchtlinge als auch der Bevölkerung Traiskirchens eine bessere Betreuung ein: "Es grenzt an Absurdität, auch nur darüber zu spekulieren, ob nicht noch mehr Insassen in Traiskirchen Platz hätten, während das Betreuungsangebot eingeschränkt wird. Der Innenminister wäre gut beraten, dafür zu sorgen, dass die Kontingente für Flüchtlingsbetreuung auch den Schlüsseln gemäß ausgeschöpft werden."

Der Aussendung zufolge waren mit dem Stichtag 1. Juli in Niederösterreich 352 Flüchtlinge mehr zu versorgen waren als Kapazität vorhanden ist (1621 statt 1269). Auch in Wien und im Burgenland seien Überbelegungen verzeichnet worden. Hingegen wurden die Kapazitäten in der Steiermark, in Kärnten, in Tirol und in Oberösterreich laut Onodi nicht ausgeschöpft.

FPÖ-Sicherheitssprecherin Helene Partik-Pable verwies darauf, dass es "seit jeher" Auseinandersetzungen im Lager gegeben habe, die Betreuung durch die deutsche Betreuungsfirma European Homecare (EHC) sei nicht schuld an der Massenschlägerei vom Wochenende. Für die Freiheitliche liegt das wahre Problem darin, dass es für das Lager keine Hausordnung gebe. Diese habe Strasser zwar versprochen, aber bisher noch nicht erlassen. Nach wie vor könnten auch nicht im Lager lebende Personen - ohne Kontrollen - aus- und eingehen. (APA)

Share if you care.