Powell: "Sind zu schriftlicher Zusage über Nichtangriff Nordkoreas bereit"

15. August 2003, 16:20
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USA wollen "neuartige Beziehung" - Nordkorea-Gespräche Ende August in Peking

Washington/Peking - Die USA sind offensichtlich zu einer moderaten Kursänderung in ihrer Politik gegenüber Nordkorea bereit. US-Außenminister Colin Powell erklärte sich am Mittwoch (Ortszeit) in Washington zu einer schriftlichen Zusage an Pjöngjang bereit, dass die USA keinen Angriff gegen das kommunistische Land planten. "Wir streben eine neuartige Beziehung zu Nordkorea an", sagte Powell am Mittwoch vor Journalisten. Die Sechser-Gespräche zur Lösung des Atomstreits mit Nordkorea finden Chinas Außenministerium zufolge vom 27. bis 29. August in Peking statt. Über Zeit und Ort des Treffens war wochenlang spekuliert worden.

"Der Beginn der Sechsergespräche ist ein weiterer Schritt hin zu einer friedlichen Lösung der nordkoreanischen Atomfrage", teilte das Außenministerium am Donnerstag mit. An dem Treffen sollen neben Nordkorea und China auch die USA, Südkorea, Russland und Japan teilnehmen. Powell wies Medienberichte zurück, wonach die USA Nordkorea ein Angebot über wirtschaftliche Hilfsmaßnahmen unterbreitet hätten, für den Fall, dass Nordkorea im Gegenzug auf sein umstrittenes Atomprogramm verzichtet.

Der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm hatte im vergangenen Oktober begonnen, nachdem das kommunistische Nordkorea US-Angaben zufolge zugegeben hatte, ein illegales Programm zur Herstellung von Atomwaffen zu betreiben. In Peking waren im April bereits Dreiergespräche mit den USA und Nordkorea ohne größere Ergebnisse zu Ende gegangen. Seitdem haben die USA darauf gedrängt, auch andere Länder der Region an Gesprächen über das Atomprogramm zu beteiligen. Nordkorea dagegen hatte stets auf bilaterale Gespräche mit den USA bestanden, zuletzt aber eingelenkt.

Die USA, Japan und Südkorea bereiteten am Mittwoch eine gemeinsame Position vor, die bei den Sechsergesprächen eingebracht werden soll. Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte nach dem Treffen der Spitzenbeamten, die Diskussionen verfolgten das gemeinsame Ziel, dass das nordkoreanische Atomwaffenprogramm überprüfbar und unwiderruflich beendet werde. Berichte über wirtschaftliche Hilfen hätten die USA dem Land nicht angeboten, sagte Powell in Washington in der Nacht zum Mittwoch. US-Präsident George W. Bush habe wiederholt erklärt, dass er sich um das Wohlergehen der Hunger leidenden nordkoreanischen Bevölkerung sorge, aber "wir haben derzeit keine wirtschaftliche Vorschläge gemacht, wie sie in einigen Zeitungsberichten genannt wurden".(APA/AP/Reuters)

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