Bush beharrt auf begrenzter US-Rolle

14. August 2003, 12:23
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USA wollen nur unterstützen und helfen und kündigen Entsendung von 200 Soldaten an - Tausende plündern

Monrovia - Die USA haben die Entsendung von 200 Soldaten zur Unterstützung der westafrikanischen Friedenstruppe in Liberia angekündigt. 200 der 2.300 Marine-Infanteristen, die auf drei US-Kriegsschiffen vor der liberianischen Küste stationiert sind, könnten an Land gehen, teilte das US-Verteidigungsministerium am Mittwochabend mit. Dies werde jedoch erst nach dem Abzug der Rebellen aus der Hauptstadt Monrovia geschehen. Unterdessen fielen Tausende Plünderer über die Vorratslager im Hafen der ausgehungerten Stadt her.

Sturm auf die Lager der Hilfsorganisationen

Obwohl die Rebellengruppe LURD den Abzug ihrer Truppen aus dem Hafen erst für Donnerstag angekündigt hatte, stürmten am Mittwoch Bewaffnete und Zivilisten das Gelände und räumten die Lager internationaler Hilfsorganisationen leer. Erst nach Stunden wurden sie von LURD-Kämpfern vertrieben, die versicherten, sie hätten die Lage weiterhin unter Kontrolle.

US-Marine-Infanteristen sollen Zufahrt zum Hafen sichern

Die USA hatten bisher nur Soldaten zum Schutz ihrer eigenen Botschaft sowie 20 Verbindungsoffiziere für Kontakte zu der westafrikanischen Friedenstruppe nach Liberia entsandt. Die 200 Marine-Infanteristen sollen nach Angaben des Pentagons die Zufahrt zum Hafen für weitere Schiffe sichern und so den Beginn von Hilfslieferungen unterstützen. Vor der Küste wartete am Mittwoch bereits ein mit Nahrungsmitteln beladenes Schiff auf den Rückzug der Rebellen. Wenn sie ihr Versprechen einhielten, könnten UNO-Mitarbeiter schon am Wochenende mit der Verteilung von Nahrungsmitteln beginnen, sagte UNO-Koordinatorin Carolyn McAskie.

Die LURD hält den Hafen von Monrovia seit Anfang Juni besetzt und blockierte damit die Nahrungsmittelzufuhr für die belagerte Hauptstadt. Am Dienstag unterzeichnete sie eine Vereinbarung, nach der sie ihre Truppen bis spätestens Donnerstag abziehen und den Hafen und die umliegenden Stadtteile der westafrikanischen Friedenstruppe übergeben muss.

Zweites Bataillon Friedenssoldaten bricht am Donnerstag auf

Bedingung dafür ist aber, dass die westafrikanische Friedenstruppe zuvor in der ganzen Stadt Stellung bezieht. Die Rebellen wollen damit verhindern, dass die liberianischen Regierungstruppen die Kontrolle über den Hafen zurückerobern. Bisher besteht die Friedenstruppe erst aus 800 überwiegend nigerianischen Soldaten. Ein zweites Bataillon mit 776 Mann werde am Donnerstag von Nigeria aus aufbrechen, sagte ein nigerianischer Militärsprecher.

Regierungstruppen kämpften am Mittwoch gegen den Vormarsch einer zweiten Rebellengruppe auf die Hauptstadt an. Die Gefechte seien aber noch 90 Kilometer von Monrovia entfernt, teilte die Friedenstruppe mit. Die Diakonie Katastrophenhilfe erklärte, die Menschen in Monrovia seien dringend auf Hilfe angewiesen. Es fehlten vor allem Lebensmittel, sauberes Wasser und Medikamente. Schätzungen zufolge seien mindestens 200.000 Menschen in der Stadt vor den Gefechten aus ihren Häusern geflohen. (APA/AP)

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