Entführer erlauben Hilfe für die Sahara-Geiseln

14. August 2003, 14:29
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Mindestens vier der 14 Geiseln sind bettlägerig - Verhandlungen über die Freilassung seien "weit fortgeschritten

Kidal - Die Entführer der in Mali festgehaltenen Sahara-Geiseln wollen erstmals erlauben, dass ihren Opfern Lebensmittel und Medikamente gebracht werden. Die Geiselnehmer hätten den Bitten zugestimmt, um "ihrem guten Willen Ausdruck zu verleihen", erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus Verhandlungskreisen in der abgelegenen Region Kidal im Norden des Landes. Demnach waren mindestens vier der 14 Geiseln bettlägerig.

Sechs Schwerkranke

Berichte über die Erkrankung einiger Geiseln kursieren bereits seit Tagen; Schweizer Medien hatten am Dienstag über sechs Schwerkranke berichtet. Das Schweizer Außenministerium wollte dies nicht kommentieren.

Verhandlungen über die Freilassung seien "weit fortgeschritten"

Die Verhandlungen über die Freilassung der Geiseln seien "weit fortgeschritten", wurde von Vermittlern bekannt gegeben. Nähere Angaben wurden nicht gemacht. Auch der Aufenthaltsort der Entführten blieb ungewiss.

Die meist gut informierte malische Zeitung L'Indépendant hatte in ihrer Ausgabe vom Dienstag berichtet, die Geiseln hielten sich entgegen anderer Angaben doch in der Bergregion Adrar des Iforas auf. Zuvor hatte es geheißen, sie seien mehrere Hundert Kilometer weiter südlich, in der Nähe von Taoudenni.

Insgesamt 32 europäische Urlauber waren im Frühjahr in der algerischen Sahara entführt worden. Im Mai wurden 17 Geiseln befreit. Derzeit sind noch neun Deutsche, vier Schweizer und ein Niederländer in der Gewalt der Entführer. (AFP, DER STANDARD Printausgabe 14.8.2003)

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