Steiermark: Jugendtrend zu mehr Spiritualität

13. August 2003, 18:24
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Sektenexperte sieht Fundamentalismusproblem in den Religionen

Graz - Der steirische Sektenexperte Roman Schweidlenka bemerkt in der Jugendszene einen verstärkten Trend hin zu mehr Spiritualität. Rund fünf Prozent der Jugendlichen seien dafür durchaus zugänglich, wobei das momentane Problem eher im Bereich eines "religiösen Fundamentalismus" zu suchen sei. In diesen christlichen und islamischen Splittergruppen herrschten "kritikloses Unterwerfen gegenüber den autoritären Führerfiguren vor sowie eine extrem intolerante Auslegung der heiligen Schriften", sagte Schweidlenka am Dienstag.

Es sei zudem ein "starker Frust über HighTech" zu beobachten, daraus entstehe Interesse für Spiritualität und "Gegenwelten." Das Problem des "Jugendsatanismus" habe sich stabilisiert. Bedeutsamer als der Jugendsatanismus im engeren Sinn sei die seit kurzem registrierte Verbreitung "satanistischer, nekrophiler Symbole in der Musikszene", sagt Schweidlenka, der als Chef des Vereins Logo Esoinfo&Service im Auftrag des Landes Steiermark die Sektenlandschaft der Steiermark beobachtet.

Die Esoterik sei - so Schweidlenka - mittlerweile gesellschaftlich und auch kommerziell etabliert. Sie spiele in der Tourismusindustrie und im Wellnessbereich bisweilen schon eine zentrale Rolle. (mue/DER STANDARD, Printausgabe, 13.8.2003)

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