Obendrauf geduldige Bewohner

18. Februar 2005, 14:12
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In der Bubergasse wurde ein Gemeindebau auf eine Brücke gestellt

Wien - Bubergasse 2a, auf den Stiegen 6 und 7: Die Bewohner hören täglich ein Brummen und Hämmern, ein Dröhnen und Stampfen. Ihr Glück: Dieser Lärm kündigt ihnen die U1 als schnelle Linie ins Zentrum an. 2006 soll es so weit sein. Ihr Pech: Der Gemeindebau, in dem sie wohnen, steht der U-Bahn im Weg.

Das Haus mit den 24 Wohnungen abreißen und woanders errichten war keine Lösung. Die Bewohner sollten auch nicht aus ihrem gewohnten Umfeld wegmüssen. Also haben Zivilingenieure, Statiker und Techniker ein Experiment gewagt, von dem Bauleiter Stephan Nemeth sich nicht ausmalen möchte, was passiert wäre, wenn es nicht geklappt hätte: Dem Gemeindebau wurde im Keller ein Brückentragwerk eingepflanzt. Statt des Kellers sieht man derzeit dicke, quer gelegte Spannbetonträger, die das Haus stützen. Sechs Stück hat man eingezogen. Steht man im ehemaligen Keller des Hauses in der Bubergasse, starrt man in ein darunter liegendes Riesenloch: die Baugrube, in der die Arbeiten für die U-Bahn-Röhre vorangetrieben werden. Bis Ende das Jahres müssen die Bewohner noch den Lärm ertragen und auf ihre Kellerabteile verzichten. Dann soll der Urzustand des Gemeindebaus wiederhergestellt werden. Die Betonträger werden herausgeschnitten, der Keller saniert. Ab dann wird es dort unten wieder nach frisch gewaschener Wäsche duften. (aw/DER STANDARD, Printausgabe, 13.8.2003)

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