Dem Eisen beschwingte Weichheit einbläuen

15. Jänner 2014, 18:47
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Die Galerie Knoll zeigt Arbeiten des jungen russischen Künstlers Ivan Gorshkov

Wien - Viel gibt es über Woronesch nicht zu sagen. 500 Kilometer südlich von Moskau in der fruchtbaren Schwarzerde-Region gelegen, leidet die von Landwirtschaft, aber auch Industrie geprägte Region unter Arbeitslosigkeit. Für negative Schlagzeilen haben die sich häufenden rassistisch motivierten Morde und Übergriffe gesorgt, die der 900.000-Einwohner-Stadt obendrein den Titel "Hauptstadt des russischen Fremdenhasses" eingetragen haben.

Woronesch ist aber ebenso Universitätsstadt mit einer staatlichen Kunstakademie. Auch Ivan Gorshkov (Jahrgang 1985) hat die Kunsthochschule seiner Heimatstadt besucht; die Lehrpläne sollen dem Vernehmen nach eher mit jenen in Österreich vor hundert Jahren vergleichbar sein. Der Nachschulung der Jungen hat sich deswegen eine kleine Galerie angenommen, in der unter anderem Gorshkovs Vater, ein Bildhauer, der grobe, an Baselitz und Balkenhol erinnernde Holzskulpturen fertigt, engagiert ist.

Und genau dieses Wissen ist unerlässlich, um den Arbeiten des jungen Künstlers nicht mit Argwohn zu begegnen. In seinen ungestümen, farblich expressiven, manchmal an Art Brut und Kinderzeichnungen erinnernden Malereien scheint ein Stück Kunstgeschichte nachgeholt zu werden. Auch der kleine, buntbemalte Zoo aus rohen Eisenkreaturen erinnert an Bekanntes. Aber die Impulsivität und Dynamik seiner Arbeiten, die Fröhlichkeit, die er dem sperrigen Material abgewinnt, machen neugierig, wohin sich Gorshkovs Werk entwickeln wird. (Anne Katrin Feßler, DER STANDARD, 16.1.2014)

Bis 25. 1., Knoll Galerie Wien

Gumpendorfer Straße 18, 1060 Wien

Link

www.knollgalerie.at

 

  • Bunte Kreaturen und ein Helm: Objekte Ivan Gorshkovs.
    foto: gorshkov

    Bunte Kreaturen und ein Helm: Objekte Ivan Gorshkovs.

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