2,4 Milliarden Dollar für Syrien

15. Jänner 2014, 18:33
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Geberkonferenz in Kuwait warb für humanitäre Hilfe

Kuwait-Stadt/Genf – Arabische Golfstaaten, die USA und andere Länder haben dem Bürgerkriegsland Syrien bei einer Geberkonferenz in Kuwait humanitäre Hilfen im Wert von mehr als 2,4 Milliarden Dollar zugesagt. Besonders großzügig gab sich der Emir von Kuwait selbst: Er sagte am Mittwoch 500 Millionen US-Dollar zu.

Die USA wollen einen Beitrag von 380 Millionen Dollar leisten. Katar und Saudi-Arabien geben jeweils 60 Millionen Dollar. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, betonte, der Bürgerkrieg habe "verheerende"  Konsequenzen. Das "Leiden ist herzzerreißend" , so Ban.

Repräsentanten von Staaten, regionalen Organisationen und Hilfswerken waren angereist. In Syrien selbst sind nach Schätzung des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) 9,5 Millionen Menschen auf Unterstützung angewiesen. Das ist fast die Hälfte der Bevölkerung. Zudem müssen rund 2,3 Millionen Flüchtlinge außerhalb Syriens versorgt werden.

6,5 Milliarden Dollar nötig

Insgesamt brauchen die UN und ihre Partnerorganisationen in diesem Jahr 6,5 Milliarden US-Dollar, um die Bedürftigen mit Lebensmitteln, Wasser, Unterkünften, Kleidung, Medizin und anderen lebensnotwendigen Gütern zu helfen. OCHA-Sprecher Jens Laerke machte jedoch klar, dass die UN nicht mit Zusagen von 6,5 Milliarden US-Dollar auf der Kuwait-Konferenz rechneten.

Auf der ersten Syrien-Geberkonferenz in Kuwait im Jänner 2013 hatten Staaten und Organisationen 1,5 Milliarden Dollar zugesagt. Laut OCHA traf bis Oktober 2013 davon mehr als eine Milliarde Dollar ein. Im Lauf des Jahres 2013 stieg der gesamte Bedarf für die Syrienhilfe auf 4,4 Milliarden Dollar. Bis Ende 2013 gingen insgesamt mehr als drei Milliarden Dollar für Syrien ein, teilte OCHA mit.

Seit Beginn des Syrien-Konflikts im März 2011 wurden Schätzungen zufolge mehr als 100.000 Menschen getötet. Der diktatorisch regierende Präsident Bashar al-Assad kämpft gegen mehrere, teils verfeindete Rebellengruppen. Am Mittwoch nächster Woche startet in der Schweiz die lange geplante Friedenskonferenz für das arabische Land. Allerdings ohne große Erwartungen. (Jan Dirk Herbermann  /DER STANDARD, 16.1.2014)

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