Neues Tool soll Finanzwissen pushen

15. Jänner 2014, 18:32
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Initiative will mit Wissenslücken aufräumen - Public-Learning-Events geplant

Wien - "Andere reden darüber, wir starten los", sagt Gerhard Weibold. Der Initiator des Finanzführerscheins (EFDL) hat in Kooperation mit der Wirtschaftsuniversität Wien nun eine Initiative für Finanzbildung gestartet. Unter dem Motto "Österreich macht sich finanzfit" steht ab sofort ein Tool, das auch für Smartphones oder Tablets geeignet ist, zur Verfügung, das die Grundlagen im Umgang mit Geld verdeutlichen soll. Ein grundlegendes Finanzwissen sei schließlich die Voraussetzung für ein persönlich geordnetes Finanzleben, sagt Weibold.

Dass es in Österreich mit dem Wissen rund um Kredite, Verschuldung oder Anlageprodukte nicht weit her ist, weiß Weibold durch ein Finanzquiz, das seit rund vier Jahren auf der Homepage finanzfuehrerschein.eu verfügbar ist. Mehr als zwölf Millionen Antworten von mehr als 600.000 Besuchern zeigten dort große Wissenslücken. "Das war für uns die Motivation, etwas Neues zu entwickeln", sagt Weibold.

Breite Masse erreichen

Adressaten des neuen Finanzbildungstools sind Jugendliche aber auch Erwachsene. Denn die seien es, die Finanzgeschäfte abschließen. Erreichen will man die breite Masse durch sogenannte Public-Learning-Events, ähnlich dem Public Viewing aus dem Fußball. Bei solchen Veranstaltungen soll das Tool präsentiert und die Verwendungsweise erklärt werden. Weibold hofft, dass durch Mundpropaganda der Zugriff auf das Tool (abrufbar unter www.finanzfit.eu) laufend steigt.

Das Finanztool gliedert sich in zwei Bereiche. Ein Teil ist gratis zugänglich. Dabei geht es vor allem um Fragen zu den Themen Kredite und Wertpapiere. Für eine Gebühr von einem Euro erhält man Zugang zu den Fragen und Lernvideos zu den Bereichen Leasing, Cost-Average oder Zinsen.

Weibold betont, dass die Initiative "Österreich macht sich finanzfit" unabhängig ist. Sollte es Sponsoren oder Kooperationspartner geben, "so wehren wir uns gegen diese nicht". Ein Logo oder einen Fremdeinfluss werde es aber nicht geben.

Da Finanzbildung auch im Regierungsprogramm seinen Niederschlag gefunden hat, hofft Weibold, dass sich die Aufmerksamkeit für dieses Thema erhöht. Auch eine Unterstützung des Bildungsministeriums, damit das Tool flächendeckend in den Schulen angeboten werden kann, ist für Weibold wünschenswert. (bpf, DER STANDARD, 16.1.2014)

  • Ein Führerschein fürs Sparbuch. Und für alle anderen Finanzangelegenheiten.
    foto: apa/robert jaeger

    Ein Führerschein fürs Sparbuch. Und für alle anderen Finanzangelegenheiten.

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