Phytosaurier: Krokodilähnliches Reptil hatte Rheuma

19. Jänner 2014, 17:21
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220 Millionen Jahre altes Tier litt unter einer Krankheit ähnlich Morbus Bechterew

Berlin - Diagnose nach 220 Millionen Jahren: Forscher untersuchten das Skelett eines Phytosauriers aus der Trias, das eindeutige Anzeichen einer Spondylarthropathie, einer entzündlichen rheumatischen Erkrankung, zeigt. Das Tier dürfte vor allem in jungen Jahren an starken Schmerzen gelitten haben.

Ausgestorbene Tiergruppe

Phytosaurier lebten vor rund 230 bis 200 Millionen Jahren und zählten zur großen Gruppe der Archosaurier, der Vögel und andere Dinosaurier, Pterosaurier und die heutigen Krokodile angehören. Ihre nächsten Verwandten dürften die Krokodile sein, denen die zwei bis zwölf Meter langen Phytosaurier mit ihrem langgestreckten Körper, dem langen Schwanz und dem großen Maul auch äußerlich ähnelten.

Allerdings waren sie keine Krokodilvorfahren, vielmehr handelte es sich um einen Fall von konvergenter Evolution, da Phytosaurier einen ählichen Lebensstil hatten wie die heutigen Krokodile. Sie schwammen überwiegend im Wasser, konnten aber auch an Land gehen. Und anders als früher angenommen dürften sie sich auch von Fleisch und Fischen ernährt haben, nicht von Pflanzen.

Die Untersuchung

Der konkrete Fall ist für Forscher spannend, da Rückenleiden bei fossilen Reptilien bisher noch kaum dokumentiert sind. Die Forschungsergebnisse haben die Wissenschafter des Berliner Museums für Naturkunde in der Fachzeitschrift "PLoS One" veröffentlicht. Die Knochen stammen aus Museumsbeständen und wurden ursprünglich in Halberstadt in Sachsen-Anhalt gefunden.

Die Forscher untersuchten die Knochen im Computertomographen. Gleich an drei Stellen der Wirbelsäule fanden sie Verwachsungen, die auf eine schmerzhafte Entzündung hindeuten. Bei einer solchen Erkrankung bildet sich unerwünschte Knochenmasse in Gelenkzwischenräumen und verdrängt den weichen, schützenden Knorpel. Beim Menschen ist Morbus Bechterew eine Variante dieses Leidens. Dabei kann die Wirbelsäule so versteifen, dass eine nach vorne gebückte Haltung entsteht. (APA/red, derStandard.at, 18. 1. 2014)

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