Die schlimmsten Urlaubssouvenirs

15. Jänner 2014, 16:10
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Nicht alles, was wie ein nettes oder witziges Souvenir aussieht, kommt auch gut an. Wir zeigen, welche Mitbringsel besser Dortbleibsel bleiben

Es spricht nicht unbedingt für den Reisenden, wenn er den Liebsten daheim Geschmacklosigkeiten aus dem Reiseland mitbringt, die bei nächstbester Gelegenheit im Schrank oder im Mülleimer verschwinden. Die Reisesuchmaschine Kayak.de hat die unbeliebtesten Souvenirs ausfindig gemacht, darunter Kleidungsstücke, Körperteile und übel riechende Andenken aus der Natur.

So sollte man tunlichst darauf verzichten, Früchte mit nach Hause zu nehmen. Zum einen ist es ohnehin verboten, Obst im Reisegepäck zu transportieren. Außerdem sind frische Früchte schlecht haltbar. Wenn man dann noch dazu ein besonders Händchen für "originelle" Reiseandenken hat, und beispielsweise zur Durian greift, macht man sich schon vor der Abreise unbeliebt. 

Die Durian hat den Zusatz "Stinkfrucht" zu Recht. Der Geruch dieser asiatischen Frucht erinnert an faules Fleisch, was die Beliebtheit des stacheligen Exoten keinesfalls mindert. Allerdings darf die Durian auch in Asien oft weder ins Hotel noch ins Taxi, geschweige denn ins Flugzeug oder in den Bus mitgenommen werden. Und als Souvenir erreicht man damit höchstens, dass der Beschenkte panisch Reißaus nimmt.

Schlechte Gerüche gibt es aber nicht nur in Asien. Auch die Schweden haben ihre stinkende Spezialität. Surströmming heißt der Dosenfisch, der diesen Namen eigentlich so nicht wirklich verdient hat, obwohl miefende Masse in Dosen aus durch Säuerung konserviertem Fisch besteht.

Das Ergebnis dieses Konservierungsprozesses ist jedoch ein faulig stinkender Inhalt, der in der Dose vor sich in gärt, so dass diese beginnt, sich zu verbeulen und aufzublähen. Wer es damit über die Grenze schafft, dem steht das Schlimmste noch bevor: den olfaktorischen Albtraum frei zu setzen.

Dann doch lieber etwas weniger eklig, vielleicht ein nettes T-Shirt. Doch das, was im Reiseland witzig erscheinen mag, kommt eventuell als Geschenk doch nicht so gut an. "I was drunk in Austin" oder "I got laid in Miami" sind lausige Botschaften, die sowohl hier wie dort nicht jedermann am Körper tragen möchte.

Ein originelles Stück aus einer Boutique oder ein traditionelles Teil kommen vielleicht beim Empfänger doch besser an, als ein T-Shirt, bei dem lediglich der Name der Stadt ausgetauscht wird und dessen Aussage nichtig oder schlimmstenfalls sogar peinlich ist.

Auch auf Kopfschmuck sollte man eher verzichten, denn so ein Steirerhut mit Gamsbart steht nicht jedem und vor allem hat nicht jeder dafür Verwendung. Kappen mit peinlichen Aufschriften kommen gewöhnlich auch nicht so gut bei den Beschenkten an. Und ob sich jemand tatsächlich über einen Cowboyhut aus Texas freut, sei dahin gestellt.

Auf von religiösen Andenken wir Jesusstatuen, Kruzifixen, Weihwasserfläschchen oder Marienbildchen sollte man besser die Finger lassen, wenn man die Daheimgebliebenen nicht mit schlechtem Geschmack verärgern will.

Viele schrecken davor zurück, derartige Geschenke im Mülleimer zu entsorgen und werden doch nicht glücklich damit. Deswegen lässt man den Papst in der Schneekugel lieber dort, wo man ihn gefunden hat.

Sand ist für jene, die ihn nicht aus Leidenschaft sammeln ungefähr so interessant wie eine einzelne Briefmarke. Ehrlicherweise muss sich jeder Reisende eingestehen, dass ein Paket Sand ein völlig nutz- und sinnloses Geschenk ist.

Der Beschenkte wird es einige Monate, vielleicht sogar Jahre, aus einer Schublade in die nächste räumen und sich jedesmal darüber ärgern - sofern er es nicht schon in einem Blumentopf entsorgt hat. Vielleicht platzt das Paket auch irgendwann auf und der Sand ergießt sich über den ganzen anderen Plunder, der sich dank reisefreudigem Bekanntenkreis angesammelt hat. Darum: Sand besser am Strand lassen.

Auch eher weniger als Geschenk geeignet sind Souvenirs in Form von Geschlechtsorganen. Ein Penis-Schlüsselanhänger oder ein Flaschenöffner in Vulva-Form sind genauso geschmacklos, wie ein Mitbringsel vom Hōnen-Matsuri in Japan, das in unseren Breitengraden völlig sinnlos ist.

Für einen kurzen Moment mag der Beschenkte vielleicht peinlich berührt lachen, aber im erstbesten Moment, in dem er unbeobachtet ist wird er den kitschigen Phallus vermutlich in der hintersten Schublade verschwinden lassen - auf nimmer Wiedersehen.

Muscheln sind ein tolles Geschenk, sie bringen das Meer, die Sonne und die Palmen in den tristen Alltag hinein. Wenn man sie ans Ohr haltet, kann man das Meer rauschen hören.

Oder verlieren Muscheln, wie viele andere Dinge auch, nicht doch ihren Zauber, sobald sie ihre Heimat verlassen? Außerdem besteht bei selbst gesammelten Muscheln die Gefahr, dass sich in ihrem Inneren noch Reste des einstigen Bewohners befinden, was ein Geruchserlebnis der grauenvollen Art zur Folge hat. Bedenken sollte man auch, dass viele Muschelarten und Korallen im Allgemeinen auf keinen Fall mit genommen werden dürfen und der Import bestraft wird. Also besser liegen lassen.

Das gleiche gilt übrigens auch für Andenken aus Elfenbein. Auch bei Krokodil- oder Schlangenleder gibt es sehr strenge Auflagen, Felle, ausgestopfte Tiere oder Teile davon - etwa ein hässlicher Aschenbecher aus einem Schildkrötenpanzer - und Pflanzen dürfen ebenfalls nicht mitgenommen werden. (todt, derStandard.at, 16.01.2014)

Haben Sie schon einmal ein richtig schlimmes Urlaubsandenken geschenkt bekommen? Welches? Schildern Sie Ihre grauenvollste Überraschung.

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