Zwei Tiroler wegen Missbrauchsverdachts vor spanischem Gericht

15. Jänner 2014, 13:52
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Unter dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs - Anwalt rechnet mit Freispruch

Sevilla/Innsbruck - Zwei Tiroler müssen sich in Sevilla wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht verantworten. Die Hauptverhandlung begann am Dienstag mit einer Überraschung: Eines der beiden mutmaßlichen Opfer hat die Vorwürfe zurückgezogen. Das habe die inzwischen in ihr Heimatland zurückgekehrte Mexikanerin das Gericht in der südspanischen Stadt per E-Mail wissen lassen, berichteten lokale Medien.

Die jetzt 28 bzw. 29 Jahre alten Angeklagten hatten die beiden jungen Frauen, neben der Mexikanerin eine Spanierin, im November 2010 in einer Bar kennengelernt und sollen sie nach der Verabreichung von K.o.-Tropfen in deren Wohnung in Sevilla sexuell missbraucht haben.

Die Tiroler, als Touristen in Südspanien unterwegs, saßen deshalb mehrere Wochen in Untersuchungshaft und wurden erst nach Hinterlegung einer Kaution von 10.000 Euro freigelassen, wie es in einer lokalen Zeitung hieß. Die Angeklagten bezeichnen sich als schuldlos und betonen, dass die sexuellen Handlungen einvernehmlich erfolgten. Die Staatsanwaltschaft fordert zehn Jahre Haft für die Tiroler - fünf Jahre für jede der beiden angeklagten sexuellen Missbrauchshandlungen.

"Party unter Alkoholisierten"

Der österreichische Anwalt der beiden Tiroler, Martin Leys, sprach am Mittwoch gegenüber der APA von einem bisher "sehr vielversprechenden Prozessverlauf". Leys, der nicht selbst in Sevilla ist, erklärte, dass es sich um eine "einvernehmliche Geschichte" sowie um eine "Party unter Alkoholisierten" gehandelt habe. Ein medizinisches Gutachten belege, dass die Angeklagten den Frauen keine K.o.-Tropfen verabreicht hatten.

Die Mexikanerin habe zudem auf ihre zivilrechtlichen Forderungen verzichtet und dies dem Gericht auch mitgeteilt. Die Frau habe angegeben, dass sie die Sache "nicht mehr interessiere", so Leys. Zudem verwies der Anwalt auf Aussagen des Taxifahrers vor Gericht, der die vier damals zu der Wohnung gefahren hatte. Dieser habe angegeben, dass die Spanierin ihm gesagt habe, mit den beiden Österreichern nun Sex haben zu wollen.

Die Verhandlung wird morgen, Donnerstag, fortgesetzt. Unter anderem sollen die damals durch Nachbarn verständigten Polizeibeamten einvernommen und das Gutachten in Bezug auf die angeblichen K.o-Tropfen erörtert werden. Leys rechnet für den Donnerstag mit einem Urteil. Er sei jedenfalls optimistisch, dass es zu einem Freispruch kommen werde. (APA, 15.1.2014)

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