Zwei Tote in Ottakring: Fall gibt weiterhin Rätsel auf

15. Jänner 2014, 13:33
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Polizei hält sich bedeckt - Wiener Kriminalisten werden von Kollegen aus Bundesländern unterstützt

Wien - Nach dem Tod zweier Männer nach einer Handgranatenexplosion in Wien-Ottakring hält sich die Polizei mit Informationen bedeckt. Die Nennung von Details, die über die Bekanntgabe des vorläufigen Obduktionsergebnis hinausgehen, "würde den Tathergang erklären", so Polizeisprecher Thomas Keiblinger.

Die Wiener Kriminalisten werden in dem Fall von Kollegen aus den Bundesländern unterstützt. Neben dem Landeskriminalamt Oberösterreich ermitteln auch die Salzburger im Umfeld des 45-jährigen Mondseers sowie des 57-jährigen Deutschen, bestätigte Keiblinger Medienberichte. Laut orf.at soll es vonseiten der Salzburger Polizei noch keine "heiße Spur" geben. Bei den Ermittlungen gehe es vor allem um den Lebenswandel der Männer.

Was sich in der Nacht auf Samstag in der Odoakergasse abgespielt hat, ist laut Ermittlern noch unklar. Ein Mord- und Selbstmordszenario ist ebenso möglich wie ein Gewaltverbrechen durch weitere Täter. Letzteres würde eher dafür sprechen, dass sich die Polizei mit weiteren Informationen sehr zurückhält. "Es gibt verschiedene Theorien und noch keine wurde ausgeschlossen", meinte Keiblinger.

Schwierige Untersuchung des Fahrzeugs

Fest steht, dass zumindest der 45-jährige Oberösterreicher, der tot am Fahrersitz des BMW gesessen hatte, einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Die Leiche des Mannes wies laut Keiblinger "mehrere Schussverletzungen" auf. Dass es sich um definitiv drei Einschüsse in Kopf und Brust handeln soll, wie in Medien berichtet wurde, sei "spekulativ". Auf die Frage, ob Patronenhülsen - und wenn ja - im oder außerhalb des Fahrzeuges gefunden wurden, hielt sich Keiblinger ebenfalls bedeckt: "Dazu sage ich nichts."

Der zweite Tote, ein 57-jähriger Deutscher, saß am Beifahrersitz und kam durch die Detonation der Handgranate ums Leben, die im Auto gezündet wurde. Woher der Sprengsatz kam und um welches Modell es sich handelt, ist weiterhin unklar. "Es wurden noch nicht alle Granatenteile gefunden", so Keiblinger. Auch die Waffe wurde noch nicht sichergestellt, weder im Umkreis der Detonation noch im Fahrzeug. Denn es wäre möglich, dass die Schusswaffe durch die Wucht der Detonation in den Motorraum des BMW geschleudert wurde.

Die Untersuchung des Fahrzeuges gestaltete sich schwierig. Die Spurensicherung müsse sich vorsichtig von außen in den Innenraum vorarbeiten, so Keiblinger. Der Pkw wurde durch die Explosion stark beschädigt und von Splitter- und Gewebsteilen der Verstorbenen kontaminiert. Die Untersuchung wird einige Zeit in Anspruch nehmen. (APA, 15.1.2014)

  • Mitarbeiter der Spurensicherung nach der Explosion am Samstag.
    foto: apa/herbert neubauer

    Mitarbeiter der Spurensicherung nach der Explosion am Samstag.

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