MyTaxi senkt Maximalgebühr nach Fahrerprotesten um die Hälfte

15. Jänner 2014, 13:19
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Neues Versteigerungsmodell tritt am 1. Februar in Deutschland in Kraft

Ein neues Versteigerungsmodell der beliebten Taxi-App MyTaxi hat unter Fahrern zu Aufregung und Protesten geführt. Noch im Laufe des Tages werde MyTaxi eine Senkung der maximale Vermittlungsgebühr in dem flexiblen Preismodell um die Hälfte verkünden, teile Unternehmenssprecherin Lina Wüller dem Wall Street Journal Deutschland mit. "Leider wurden von den Fahrern viele Dinge falsch verstanden, was zu Verwirrungen bei den Taxifahrern und schlussendlich auch bei den Fahrgästen geführt hat", räumt sie ein.

Mit der Einführung des neuen Preismodells, das am 1. Februar 2014 vorerst nur in Deutschland in Kraft tritt, sollen Fahrer bei MyTaxi zukünftig selbst bestimmen, wie viel sie für die Vermittlung einer Tour bezahlen wollen. Die Ankündigung des Auktionsmodells hatte zu heftigen Protesten unter Taxifahrern geführt, die sich vor allem in Online-Foren äußerten und auch zu Boykottaufrufen führten.

"Wir haben die Botschaft der Diskussion verstanden. Wir nehmen die Reaktionen auf das neue Preismodell und die Sorgen der Taxifahrer sehr ernst und haben deshalb die Vermittlungsgebühr von 3 auf maximal 15 Prozent angepasst", heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. An dem neuen Preismodell halte das Start-up aber grundsätzlich fest, wird Sven Külper, CMO und Gründer des Unternehmens, zitiert.

Gebühr nur ein Kriterium unter vielen

Zudem ist MyTaxi bemüht, einige der aufgeworfenen Fragen zu klären. Einige Fahrer bemängelten beispielsweise, dass das Auktionsmodell das bisherige Prinzip von Stammfahrern in der App ad absurdum führe. Die Gebühr sei aber nur ein Kriterium von vielen, die über die Vergabe einer Fahrt entscheiden, betont MyTaxi nun. Die Taxis müssten nach wie vor den vom Kunden gewünschten Anforderungen wie 5-Sterne-Taxi oder Großraumtaxi erfüllen und auch die Nähe zum Kunden sei weiterhin ein wichtigeres Kriterium. "Aktuell hat MyTaxi eine durchschnittliche Anfahrtszeit von drei Minuten. Daran soll das neue Preismodell nichts ändern." Auch die Qualität des Fahrers abhängig von Kundenbewertungen sei nach wie vor ausschlaggebend.

Mit dem neuen Preismodell sollen Fahrer zwischen 3 und 15 Prozent des Fahrpreises als Gebühr einstellen können – und somit andere Fahrer auch überbieten können, wenn sie gerade auf Kunden angewiesen sind. Dadurch passe sich der Preis für die Fahrgäste der Nachfrage an und sei letztlich fairer, argumentiert MyTaxi. Fahrer hatten mit Ankündigung des neuen Preismodells, das ursprünglich bis zu 30 Prozent Vermittlungsgebühr vorsah, vor allem befürchtet, dass es teurer werden würde. Bislang zahlten sie unabhängig vom Fahrpreis pauschal 79 Cent pro Vermittlung eines Fahrgastes. Mit der Einführung des neuen Preismodells entfällt außerdem die Mobile-Payment-Gebühr in Höhe von 2,75 Prozent, teilte MyTaxi mit. Zudem betont der App-Anbieter, dass sich für Fahrgäste mit dem neuen Preismodell nichts ändere. (Stephan Dörner, Wsj.de/derStandard.at, 15.1.2014)

  • Ein neues Versteigerungsmodell bei MyTaxi hat zu Protesten unter den Fahrern geführt.
    foto: mytaxi

    Ein neues Versteigerungsmodell bei MyTaxi hat zu Protesten unter den Fahrern geführt.

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