Argentinischer Dichter Juan Gelman gestorben

15. Jänner 2014, 10:38
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Cervantes-Preisträger war entschiedener Gegner von Militärjunta

Mexiko-Stadt/Buenos Aires - Der argentinische Dichter Juan Gelman ist tot. Gelman, der auch als Journalist und Übersetzer arbeitete, sei am Dienstag im Alter von 83 Jahren in seinem Haus in Mexiko-Stadt gestorben, teilte der Nationale Rat für Kultur und Kunst Mexikos mit. Der Dichter, der im Jahr 2007 mit dem Cervantes Preis ausgezeichnet worden war, war ein entschiedener Gegner der Militärdiktatur (1976-83) in Argentinien.

Gelman wurde 1930 in Buenos Aires als Sohn jüdischer Einwanderer aus der Ukraine geboren. Er galt als einer der wichtigsten argentinischen Dichter seiner Generation. Er veröffentlichte mehr als 30 Bücher, war für seinen scharfen Humor gemischt mit einem Hauch des Absurden und seine Beharrlichkeit im Angesicht von Ungerechtigkeit bekannt. Während der brutalen Herrschaft der Militärjunta wurden sein Sohn und seine Schwiegertochter ermordet. Er selbst war zur Zeit des Militärputsches auf Reisen in Rom und verbrachte die folgenden Jahre im Exil in Madrid, Nicaragua, New York und schließlich Mexiko-Stadt, wo er die letzten 20 Jahre bis zu seinem Tod lebte.

Gelmans Sohn Marcelo wurde während der Diktatur im Alter von 20 Jahren ermordet, seine Leiche wurde erst 1989 gefunden. Gelmans schwangere Schwiegertochter María Claudia Garcia wurde 1976 in Buenos Aires entführt und ins benachbarte Uruguay verschleppt. Ihr Baby wurde nach der Geburt einem uruguayischen Polizisten übergeben. Garcia selbst gilt bis heute als vermisst. Gelman gelang es erst nach jahrelangem Kampf, seine Enkeltochter im Jahr 2000 zu finden. (APA, 15.1.2014)

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